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Joblexikon: Diese Jobs kosten dich Rente

Oktober 2019 – Du findest, normal ist irgendwie langweilig? Nicht, wenn es um deinen Job geht und damit später um deine Rente! Vollzeit, unbefristet und sozialversicherungspflichtig – das ist das Normalarbeitsverhältnis in Deutschland. Alle anderen Arbeitsverhältnisse nennt man atypische Beschäftigung. Darunter fallen zum Beispiel Leiharbeit, Minijobs und Teilzeitstellen. Und die können dich bei der Rente später viel kosten.

Mit dem Gehalt eines Normalarbeitsverhältnisses kannst du in der Regel dein Leben voll finanzieren und füllst gleichzeitig dein Rentenkonto. Jeder Rentenbeitrag, der von deinem Gehalt abgeht, landet in Form von Entgeltpunkten auf deinem Rentenkonto. Und je mehr Punkte du später hast, desto mehr Rente bekommst du.

Wenn du in einem sogenannten atypischen Beschäftigungsverhältnis arbeitest, zahlst du zwar auch Beiträge und sammelst Entgeltpunkte, aber in der Regel nicht so viele – oder nicht regelmäßig. Deshalb fällt deine Rente später vermutlich geringer aus.

Arbeitnehmerüberlassung

Siehe ⇒ Leiharbeit

Befristete Beschäftigung

Bei einer befristeten Beschäftigung ist das Arbeitsverhältnis zeitlich beschränkt. Die Beschränkung kann für einen kalendermäßig bestimmten Zeitraum, zum Beispiel anderthalb Jahre, erfolgen oder sich aus einem Zweck ergeben, zum Beispiel bis zur Fertigstellung eines bestimmten Projektes oder als Elternzeitvertretung. Eine Befristung muss grundsätzlich durch einen sachlichen Grund gerechtfertigt sein – es gibt jedoch Ausnahmen. Ein befristeter Arbeitsvertrag endet ohne Kündigung mit dem Ablauf der vereinbarten Zeit oder mit dem Erreichen des vereinbarten Zwecks.

Für deine Rente ist die Befristung selbst eigentlich unerheblich, denn ein befristeter Job ist ganz normal sozialversicherungspflichtig. Allerdings bedeutet eine Befristung immer Unsicherheit. Für die Zukunft zu planen ist schwierig, Karrieresprünge (und damit verbundene Gehaltserhöhungen) sind selten. Und wer ständig zwischen befristeten Jobs und Arbeitslosigkeit wechselt, riskiert Rentenlücken – was sich auf die spätere Rentenhöhe auswirkt.

Geringfügige Beschäftigung

Siehe ⇒ Minijob

Kurzfristige Beschäftigung

Bei einer kurzfristigen Beschäftigung darfst du im Laufe eines Jahres nicht mehr als drei Monate (bei einer 5-Tage-Woche) oder insgesamt 70 Arbeitstage arbeiten. Das muss im Arbeitsvertrag so geregelt sein. Eine kurzfristige Beschäftigung ist nicht sozialversicherungspflichtig. Du musst also keine Beiträge für die Arbeitslosen-, Renten-, Pflege- und Krankenversicherung zahlen, hast aber auch keinen Anspruch auf deren Leistungen.

Deshalb bringt eine kurzfristige Beschäftigung auch gar nichts für deine Rente. Da du keine Rentenbeiträge zahlst, erhöht sich deine Rente natürlich auch nicht – egal, wie viel du verdienst.

Leiharbeit

Man nennt Leiharbeit auch Zeitarbeit oder Arbeitnehmerüberlassung. Hierbei schließt ein Arbeitnehmer einen Arbeitsvertrag mit einem Leiharbeitsunternehmen, das ihn dann an ein anderes Unternehmen verleiht. Eigentlich ist ein Leiharbeitsverhältnis ein normales sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis, doch oft gelten für Leiharbeiter andere Gehalts- und Arbeitszeitregelungen als für die Stammbelegschaft. Deshalb verdienen Leiharbeiter und Leiharbeiterinnen auch häufig wesentlich weniger Geld als ein vergleichbarer Stamm-Mitarbeiter oder eine vergleichbare Stamm-Mitarbeiterin im selben Betrieb.

Wenn du weniger verdienst, zahlst du natürlich auch weniger in die Rentenkasse ein. Deshalb bekommst du auch weniger Entgeltpunkte – aus denen sich ja später deine Rentenhöhe ergibt. Du bekommst also für die gleiche Arbeit nicht nur weniger Lohn, sondern später auch weniger Rente.

Midijob

Bei einem Midijob darfst du im Jahresdurchschnitt jeden Monat zwischen 450,01 bis 1.300 Euro verdienen. In diesem sogenannten Übergangsbereich zahlst du nicht die vollen Sozialversicherungsbeträge. Du hast deshalb aber keinen Nachteil, denn für deine Rente wird der volle Verdienst berücksichtigt, obwohl du nur für einen Teil davon Beiträge zahlst. Du bekommst auch den umfassenden Schutz in der Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Wie hoch deine Beiträge ausfallen würden, kannst du mit dem Midijob-Rechner herausfinden.

Da du bei einem Midijob aber höchstens ein Gehalt von 1.300 Euro erzielen kannst und somit auch die Beiträge zur Rentenversicherung gering ausfallen, fällt auch deine spätere Rente für diesen Zeitraum entsprechend niedrig aus.

Minijob

Wenn das Arbeitsentgelt eines Jobs 450 Euro oder weniger beträgt oder die Arbeit nur kurzfristig (siehe ⇒ Kurzfristige Beschäftigung) ausgeübt wird, spricht man von einer geringfügigen Beschäftigung.
Von deinem Brutto-Arbeitsentgelt zahlst du 3,6 Prozent in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Davon kannst du dich zwar befreien lassen, dann hast du aber auch keinen Anspruch auf die vollen Leistungen (z. B. Erwerbsminderungsrente oder Reha-Maßnahmen). Auf dein Rentenkonto zahlst du dann auch nichts ein. Gewerbliche Arbeitgeber zahlen für deinen 450 Euro-Job immer einen Pauschalbetrag von 15 Prozent deines Bruttolohns in die Rentenkasse. Wichtig zu wissen: Die Rentenbeiträge sind bei 450 Euro Lohn ziemlich niedrig und steigern deine Rente auch nur wenig.

Alle Infos zum Thema Minijob kriegst du auf der Seite der Minijob-Zentrale

Teilzeitarbeit

Wenn du deine Arbeitszeit verringerst, arbeitest du in Teilzeit. Natürlich bekommst du für weniger Arbeit entsprechend weniger Geld. Und das wirkt sich auch auf deine spätere Rente aus. Da du weniger verdienst, zahlst du auch weniger Rentenbeiträge und bekommst im Alter eine geringere Rente. Oft sind es Frauen, die in Teilzeit arbeiten, weil sie zum Beispiel immer noch häufiger die Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen übernehmen als Männer. Die 2019 eingeführte „Brückenteilzeit“ soll sicherstellen, dass nach einer befristet vereinbarten Teilzeitbeschäftigung die Möglichkeit zur Rückkehr in die vorherige Vollzeit besteht. So kann man der sogenannten Teilzeitfalle entgehen und bleibt nicht in einer ungewollt verkürzten Arbeitszeit „hängen“. Schon 25 Prozent mehr Arbeitszeit – und somit auch mehr Gehalt – kann viel für die Rente bringen.

Zeitarbeit

Siehe ⇒ Leiharbeit

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