Rentenblicker - Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Navigation und Suche

Hauptinhalt

Neues in 2020

Dezember 2019 – Tschüss 2019 – Hallo 2020! Wenn du mit deiner Wunderkerze ein „2020“ in den Nachthimmel schreibst, treten ein paar Neuerungen in Kraft. Und die sind dieses Jahr mal so richtig gut für dich.

Ausbildung und Studium

Azubi-Mindestlohn: Den Mindestlohn kennst du. Der steigt zum 1. Januar von derzeit 9,19 Euro auf 9,35 Euro pro Stunde und gilt auch für Minijobs – interessant für alle, die in den Ferien oder nebenher jobben (unser Video „Ferien und Nebenjobs“ und unser Ratgeber „Arbeitsblatt für Lehrer: Ferienjobs“). Für Azubis galt der Mindestlohn bislang nicht.
Doch jetzt kommt der Azubi-Mindestlohn: Jeder, der in 2020 eine Berufsausbildung startet, muss mindestens 515 Euro im ersten Lehrjahr bekommen. Vor allem Azubis in Branchen mit geringer Ausbildungsvergütung profitieren von dieser Neuregelung. Wer bereits vor dem Jahreswechsel in Ausbildung war, geht allerdings leer aus. Das ist so im neuen Berufsbildungsgesetz (BBiG) festgeschrieben. Es ist quasi das Grundgesetz für die Ausbildung in Deutschland.

Neue Titel: Und dieses Grundgesetz entstaubt Berufsbezeichnungen. Eine solide Berufsausbildung plus qualifizierte Fortbildungen sind so wertvoll wie ein Studium. Das soll auch im Titel besser zur Geltung kommen. Deswegen werden jetzt zum Beispiel aus „Geprüfte/r Bilanzbuchhalter/-in“ „Bachelor Professional in Bilanzbuchhaltung“ oder aus „Geprüfte/r Betriebswirt/-in“ „Master Professional in Betriebswissenschaft“. Die Meistertitel im Handwerk bleiben aber erhalten.

Berufsausbildungsbeihilfe: Dein Ausbildungsgehalt reicht nicht fürs Wohnen, Essen und die Fahrtkosten? Dann springt auf Antrag die Agentur für Arbeit mit „Berufsausbildungsbeihilfe“ (BAB) ein. BAB wird nur für deine erste Ausbildung gezahlt und nur, wenn du in einer eigenen Wohnung wohnst. Ab 1. August 2020 steigen hier die Förderhöchstsätze beim Grundbedarf von bisher 391 auf 398 Euro monatlich. Der Wohnzuschuss bleibt bei 325 Euro. Damit beträgt der Förderhöchstsatz insgesamt 723 Euro (bis Juli 2020: 716 Euro).

Ausbildungsgeld: Absolvierst du eine Ausbildung in einer besonderen Einrichtung der beruflichen Eingliederung oder in einer Werkstatt für behinderte Menschen, kannst du Ausbildungsgeld (Abg) beantragen. Auch hier erhöhen sich die Bedarfssätze: Zum 1. Januar 2020 steigt der Grundbetrag auf monatlich mindestens 89 Euro (bisher: 80 Euro).

Wenn du schon Berufsausbildungsbeihilfe oder Ausbildungsgeld erhältst, brauchst du nichts tun: Du bekommst automatisch einen Bescheid über die höheren Leistungen.

BAföG: Zum Wintersemester 2020/21 steigt der Förderhöchstsatz von 853 Euro auf 861 Euro. Auch die Förderungspauschale für den Grundbedarf steigt für Studierende von 419 Euro auf 427 Euro. Hast du als BAföG-Empfänger eigenes Vermögen, gilt dafür ab dem Wintersemester 2020/21 ein Freibetrag von 8.200 Euro (bisher: 7.500 Euro).

Auch bei der Rückzahlung deiner Darlehensschulden ändert sich etwas: Ab dem 1. April wird die Quartalsrate auf 390 Euro angehoben (bisher: 315 Euro). Monatlich stehen dann 130 Euro statt wie bislang 105 Euro im Monat an.

Krankenversicherung

Wenn du gesetzlich krankenversichert bist, teilst du dir den Kassenbeitrag mit deinem Arbeitgeber. Der bundesweite Krankenkassenbeitragssatz ändert sich 2020 nicht, er bleibt bei 14,6 Prozent. Aber vielleicht ändert sich der Zusatzbeitrag: Den zahlen du und dein Arbeitgeber auch hälftig, er wird aber von jeder Krankenkasse selbst festgelegt. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag steigt 2020 von 0,9 auf 1,1 Prozent. Ob deine Kasse mitzieht, steht auf ihrer Internetseite.

Arbeitslosenversicherung und Sozialhilfe

Ebenso hälftig teilen sich dein Arbeitgeber und du den Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung. Er beträgt bisher 2,5 Prozent. Mit dem Jahreswechsel sind es nur noch 2,4 Prozent. Sozialhilfe- und Arbeitslosengeld-Empfänger erhalten 1,88 Prozent mehr Leistung.

Unterhaltsvorschuss

Du bist alleinerziehend und dein Ex-Partner zahlt keinen Unterhalt? Dann bekommst du auf Antrag einen Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt. Und der steigt 2020: Für Kinder bis unter sechs Jahre fließen nun 165 Euro im Monat statt 150 Euro. Solche Erhöhungen haben in der Vergangenheit oft dazu geführt, dass eine weitere wichtige Hilfe wegfiel, weil die Einkommensgrenze für den Kinderzuschlag überschritten wurde. Auch da gibt‘s gute Nachrichten …

Kinderzuschlag

Den Kinderzuschlag (KIZ) gibt es zusätzlich zum Kindergeld und einem eventuellen Unterhaltsvorschuss. 2020 ändern sich die Voraussetzungen für den Kinderzuschlag. So werden nur noch 45 Prozent eines Unterhaltsvorschusses angerechnet. Die Folge: Mehr Eltern erhalten einen Kinderzuschlag. Ob du zu ihnen zählst, sagt dir der KIZ-Lotse der Arbeitsagentur (www.arbeitsagentur.de/familie-und-kinder/kiz-lotse).

Betriebliche Altersvorsorge

Mit der sogenannten Bruttoentgeltumwandlung kannst du im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge fürs Alter vorsorgen. Da die Beitragsbemessungsgrenze der Sozialabgaben zum Jahreswechsel steigt, ändern sich auch die Grenzen für die Beträge bei der Bruttoentgeltumwandlung: Der maximale sozialabgabenfreie Anteil erhöht sich von 268 auf 276 Euro monatlich, der steuerfreie Anteil von 536 auf 552 Euro.

Steuern

Grundfreibetrag: Der Grundfreibetrag ist die Einkommensgrenze, bis zu der keine Steuern gezahlt werden müssen. Er steigt 2020 für Singles von 9.168 Euro auf 9.408 Euro (plus 240 Euro). Verheiratete müssen erst ab 18.336 Euro Jahreseinkommen Steuern zahlen (plus 480 Euro).

Bahntickets: Die Klimakrise zwingt uns zum Umdenken. Deswegen wird Fliegen teurer, Bahnfahren aber günstiger. Die Mehrwertsteuer für Fernverkehr-Tickets sinkt von 19 auf 7 Prozent. Die Bahn will die Steuersenkung zu 100 Prozent an uns weitergeben und heißt Soldaten an Bord willkommen: Ihre Uniform wird zur kostenlosen Fahrkarte im Fern- und Regionalverkehr.

Tampons und Binden: Jahrzehnte wurden sie wie Luxusgüter mit 19 Prozent versteuert. Die Periode ist aber kein Luxus, das haben jetzt sogar männliche Politiker eingesehen. Jetzt gilt der verminderte Steuersatz von sieben Prozent. Die Einsicht wurde durch eine Onlinepetition mit dem Hashtag #keinLuxus befeuert: 80.000 haben unterschrieben. Prominente Fürsprecher waren Charlotte Roche und Caroline Kebekus.

Gesundheit

116 117: Wenn es dir akut schlecht geht, brauchst du Hilfe. Die bekommst du über die Hotline des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes unter 116 117. Bislang gab es den Service nur in einigen Ländern rund um die Uhr, ab 2020 in allen Regionen. Man hilft dir bei der Suche nach einem Arzt in Bereitschaft oder lotst dich ins nächste Krankenhaus. Bei schweren Unfällen und lebensbedrohlichen Notfällen soll man aber weiterhin unbedingt die 112 wählen.


Wir wünschen euch, dass ihr 2020 keine Notfälle erlebt. Werdet glücklich, lacht viel und bleibt gesund. Wir sind auch 2020 für eure Fragen da.

Euer

Rentenblicker-Team

Rentenblicker: Profile im Überblick

Weiterführende Informationen