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Traumberuf Influencer?

Januar 2019 – Videos für YouTube schneiden, Blog-Einträge verfassen und einen Instagram-Channel mit Leben füllen – das allein macht noch keinen Influencer aus. „Entscheidend ist, dass du zu dem stehst, was du da tust“, sagt  Marie Luise Ritter vom Blog luiseliebt.de. „Du solltest über das schreiben, was dir Spaß macht. Meine Kanäle leben von meiner Person, meiner positiven Lebenseinstellung, meinem Alltag in Hamburg und meinen Zielen und Träumen.“

Sei ganz du selbst

Denn Influencer sind deshalb so erfolgreich, weil sie authentisch sind. Man glaubt ihnen, was sie empfehlen und erleben – so wie Freunde und Familie Ratschläge geben. Die Follower kommen dann von ganz allein. So ging es auch Chantal Klein alias Cha Ginger, die auf YouTube unter anderem Videos zu ihrer großen Leidenschaft Harry Potter postet.

Cha Ginger, Influencerin. Foto: D. Gruszczyk

„Ich hatte nie geplant, Influencer zu werden. Den Begriff gab es noch nicht mal, als ich meine ersten Videos hochgeladen habe. Wichtig ist mir bis heute in erster Linie, meine kreativen Ideen umzusetzen und sie mit anderen zu teilen – nicht auf Teufel komm raus neue Fans zu bekommen. Authentische Inhalte kann man auch erst einmal mit der Handykamera drehen, wenn das Geld für eine Spiegelreflex fehlt.“

Wichtig ist, sich sehr genau zu überlegen, was man preisgibt und was nicht. Nur weil du dich mit deinen Inhalten nicht verbiegst, heißt es nicht, dass du jedes intime Detail deines Lebens ausplaudern solltest. „Bevor ich die Kamera loslaufen lasse, überlege ich mir sehr genau, was ich von meiner Beziehung oder meine Familie erzähle“, sagt Cha. Denn ist es einmal gepostet, kannst du es sehr schwer wieder rückgängig machen. Trotzdem solltest du dir klar machen, dass negative Kommentare dazu gehören. „Irgendeiner meckert immer, aber mit der Zeit bekommt man ein dickes Fell.“

Foto: Cha Ginger © D. Gruszczyk
 

Hobby oder Fulltime-Job?

Bleibt nur noch die Frage, ob und wie sich Geld mit Blogs, YouTube-Channels oder InstaStories verdienen lässt. Das Geheimnis dahinter sind neben vielen Fans vor allem. Zeit. Erfolgreiche Influencer wie Marie Luise sind fulltime damit beschäftigt, Postings zu verfassen, auf Fragen und Kommentare ihrer Follower zu antworten und bezahlte Kooperationen mit Unternehmen umzusetzen. Das können zum Beispiel Events, Produkttests oder Gewinnspiele sein.

Marie Luise Ritter. Foto: Privat

„Ich nehme nur Angebote von Marken an, die ich auch in meinem persönlichen Alltag nutzen würde“, erklärt Marie Luise. So geht auch Cha vor: „Durch meine langen Haare bekomme ich immer wieder Anfragen, Haar-Extensions zu testen. Da sowas aber nicht mein Geschmack ist, wird es auch kein Thema auf meinem Kanal werden.“

Marie Luise hat Glück: Sie kann von ihren Kooperationen inzwischen leben. Einen Plan B hat sie trotzdem: „Ich bin studierte Journalistin und würde als Onlineredakteurin arbeiten, wenn ich mein Hobby nicht zum Beruf hätte machen können.“

Foto: Marie-Luise Ritter © privat
 

 

Für die meisten Influencer ist das Bloggen aber sowieso nur ein Hobby, das nebenher ein wenig Geld abwirft. So wie bei Cha, die hauptberuflich Zahnmedizin studiert. „Ich bin froh, nicht den Druck haben zu müssen, dass meine Videos meine Haupteinnahmequelle sind – aber das ist Geschmackssache. Mein Kanal bringt mich trotzdem beruflich weiter, denn ich bin im Alltag viel selbstsicherer und extrovertierter geworden.“

Selbst absichern

Influencer sind ihr eigener Arbeitgeber, also selbstständig. Das heißt auch, dass sie sich selbst um ihre soziale Absicherung kümmern müssen. Sie müssen sich selbst krankenversichern, Geld für schlechte Zeiten nebenhin legen und fürs Alter vorsorgen.  Das kann ganz schön schwierig werden, wenn die Einnahmen nur gerade so zum Leben reichen.

Tipp: Bei Fragen dazu kannst du dich an die Künstlersozialkasse wenden.

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