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Tipps für Schülerzeitungsmacher

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Gründung

Für den Erfolg eurer Schülerzeitung braucht ihr genug Mitarbeiter: Autoren, Fotografen, Blattmacher, Anzeigenverkäufer, Gestalter und Vertriebspersonal. Macht Werbung für eure Idee: am Schwarzen Brett, im Intranet, bei Lehrern, beim Schulfest oder bei einer Projektwoche. Veranstaltet ein Auftakttreffen mit allen Beteiligten und verteilt die Aufgaben. Einer oder eine kleine Gruppe muss die Organisation übernehmen. Denn bevor es endgültig losgeht, müssen auch technische Fragen geklärt sein: Auflage, Format (Seitengröße), Häufigkeit des Erscheinens, Anzeigenanteil, Druckverfahren, Verkaufspreis und so weiter.

Team

Es gibt eine ganze Reihe von unterschiedlichen Aufgaben, die bei der Produktion einer Schülerzeitung erledigt werden müssen. Als Redakteure schreibt ihr Berichte und Reportagen, plant den Inhalt und die Themen einer Ausgabe, recherchiert Fakten, sammelt Zitate und sucht oder produziert geeignetes Bildmaterial.

Ohne Computer läuft nichts. Bei der Produktion einer Schülerzeitung finden die meisten Arbeitschritte am PC oder Mac statt. Das beginnt mit den Recherchen. Vieles lässt sich schnell mal "googeln", sollte aber durch eigenes Nachfragen immer überprüft werden. Am Computer werden Texte geschrieben, Bilder bearbeitet, Grafiken erstellt und Seiten in einem Layoutprogramm zusammengefügt. Daraus entstehen schließlich die druckfertigen Dateien für die Druckerei oder den Copy Shop.

Wenn euch die Schule keine Geräte und Programme zur Verfügung stellen kann, können euch vielleicht Sponsoren bei der Beschaffung der Arbeitsmittel helfen.

Finanzierung

Eine Schülerzeitung kostet Geld. Für Computer und Programme, Kameras, Papier und Druck müsst ihr bezahlen – wenn es nicht die Schule tut. Für Schülerzeitungen gibt es mehrere Einnahmequellen:

  • Verkaufspreis
  • Anzeigenerlöse
  • Zuschüsse
  • Spenden
  • Sponsorengelder

Der Verkaufspreis allein deckt wahrscheinlich nicht die Kosten eurer Zeitung. Sie wäre dann so teuer, dass niemand sie mehr kaufen würde. Wichtigste Einnahmequelle der Presse – auch der Schülerpresse – sind daher Anzeigen. Dazu müsst ihr gute Verbindungen zu Firmen und Geschäften am Schulort aufbauen. Das können der Bäcker oder die Drogerie um die Ecke sein. In der Regel sind diese gern bereit, euer Schülerzeitungsprojekt durch das Kaufen einer Anzeige zu unterstützen. Auch Zuschüsse vom Förderverein der Schule oder Spenden von Eltern können bei der Finanzierung eurer Schülerzeitung helfen. Aber lasst euch von euren Geldgebern nicht in Inhalt oder Form eurer Berichterstattung hineinreden – als Journalisten solltet ihr unabhängig sein und euch nur von geltendem Presserecht Grenzen setzen lassen.

Schreiben

In einer Schülerzeitung gibt es, wie in Magazinen und Tageszeitungen auch, verschiedene Darstellungsformen. Jede erfüllt einen eigenen Zweck, die Form hilft euch dabei, angemessen über bestimmte Themen zu schreiben:

Nachricht

Die Nachricht ist das Herz der Berichterstattung. Leute lesen Zeitung, weil sie darin Neues erfahren. Achtet darauf, dass eure Nachrichten oder Meldungen die Leser wirklich interessieren. Außerdem sollten sie immer sachlich geschrieben sein. Wenn ihr eine Meinung zu einem Thema habt, schreibt einen Kommentar dazu.

Bericht

Der Bericht ist im Prinzip der große Bruder der Nachricht. Es gelten dieselben Regeln: Objektivität, wichtige Informationen zuerst, weniger wichtige am Ende. Der Bericht hat aber mehr Platz: Wird eine Information in der Nachricht mit nur einem Satz abgehandelt, kann sie im Bericht auch mal einen ganzen Absatz füllen.

Reportage

In einer Reportage berichtet der Reporter nicht einfach über ein Ereignis, er schildert, was er erlebt. In der Reportage nimmt der Reporter den Leser quasi an die Hand und führt ihn an den Ort des Geschehens. Deswegen darf sie ruhig auch im Präsens geschrieben werden, selbst wenn die Ereignisse bei Erscheinen der Zeitung bereits Vergangenheit sind. Dennoch muss sich der Reporter selbstverständlich an die Tatsachen halten. Er erfindet nichts hinzu und kommentiert nicht.

Interview

Im Interview steht ein für die Leser möglichst interessanter Gesprächspartner dem Journalisten Rede und Antwort – entweder zur Sache, zu seiner Meinung oder seiner Person. Die Gewichtung hängt vom jeweiligen Thema ab. Die Niederschrift eines Interviews darf durchaus sprachlich korrigiert werden und sollte dem Gesprächspartner vor Veröffentlichung zur Freigabe vorgelegt werden. Das schützt vor Missverständnissen.

Kommentar

Ein Kommentar dient nicht der Vermittlung von Informationen, sondern transportiert die Meinung des Autors. Wichtig ist aber, dass auch im Kommentar niemand verletzt oder verunglimpft wird. Was zählt, sind Argumente zur Sache, nicht aber polemische Attacken.

Gestalten

Fotografieren

Der Leser sieht zuerst das Bild. Mit Fernsehen, Internet, Zeitschriften leben wir in einer Bilderwelt und fast jeder hat inzwischen eine Digitalkamera oder ein Handy mit Kamerafunktion.

Wer nicht weiß, wie er ein Thema fotografieren soll, kann sich im Internet Bildbeispiele suchen und sie für seine Situation umsetzen: am besten mehrere Aufnahmen aus unterschiedlicher Perspektive, im Hoch- und Querformat. Experimentiert auch mal, denn Leser mögen Bilder mit Witz. Wie es geht, zeigt euch zum Beispiel die Seite www.jugendfotos.de. Angehende Fotografen können auch eine AG oder einen Kurs der Volkshochschule besuchen.

Bildbearbeitung

Aus blond mach braun? Elektronisch ist das überhaupt kein Problem. Aber Fotos dürfen nicht verändert werden. Retuschieren ist genau so wenig erlaubt wie das Spiegeln von Bildern. Ihr dürft, was Farbe anbelangt, lediglich aus einem Farb- ein Schwarz-Weiß-Bild machen. Um Effekte zu erzielen, könnt ihr das Bild beschneiden. Das ist dann erlaubt, wenn dadurch die Bildaussage nicht verfälscht wird. Richtige Hingucker sind zum Beispiel ungewöhnliche Bildausschnitte in einem sehr breiten und flachen oder sehr hohen und schmalen Format. Denkt dran: Der Bildtext muss erklären, was auf dem Bild zu sehen ist. Und der Name des Fotografen oder der Fotoagentur gehört dazu.

Typografie

Wer liest schon gern mit der Lupe? Damit der Leser bei der Stange bleibt, wählt ihr für den Fließtext eine Schrift ohne Schnörkel aus. Sehr gut lesbar sind alle Antiqua-Schriften wie New Times Roman und Garamond. Für Überschriften eignen sich ebenfalls am besten schlichte Schriften wie Arial und Verdana. Der Text wird in Spalten gegliedert. 30 bis 40 Zeichen pro Zeile sind das Optimum, mehr (aber auch weniger) sind schwerer zu verdauen. Bei einer Zeitung mit DIN A5 im Hochformat sollten zwei Spalten nebeneinander stehen, bei einem Format von DIN A4 drei. Absätze gliedern den Text. Sind sie zu lang, ermüdet das den Leser.

Layout

Das Layout ist ein wichtiges Merkmal der Zeitung. Für Schülerzeitungen empfiehlt sich ein DIN-A5-Format; es ist leicht zu gestalten. Ob schwarz-weiß oder farbig, hängt vom Geld ab. Die Gesamtseitenzahl muss aus drucktechnischen Gründen durch vier teilbar sein. Eine klare Schrift steigert das Lesevergnügen. Da der Leser immer zwei Seiten gleichzeitig im Blick hat, sollten gegenüberliegende Seiten auch als Doppelseiten gestaltet werden. Bilder und Überschriften nimmt der Leser übrigens als erstes wahr, dann folgen Bildunterschriften und Text. Um Chaos zu vermeiden, legt auf einem Plan fest, wo welcher Artikel später stehen soll.

Infografik

Infografiken ergänzen Text und Bild und vermitteln Informationen. Vor allem Zahlen können Leser durch eine Infografik leichter erfassen: Sie können darauf beispielsweise auf einen Blick erkennen, wie sich die Schülerzahlen entwickelt haben oder wie die Kosten für Kopiergeld gestiegen sind. Für den Leser ist die Infografik am verständlichsten, wenn sie einfach und übersichtlich aufgebaut ist. Sie soll keine Computerkunst sein. Standardinfografiken gibt es in Computerprogrammen.

Schülerzeitung online

Vor dem Computer sitzen die meisten sowieso jeden Tag, weshalb soll nicht auch die Schülerzeitung online gehen? Die Vorteile: Kein Zeitverlust durch Druck und Layout; es wird deshalb billiger, man kann mit mehr Bildern arbeiten; auch für Diskussionsforen oder Kommentare eurer Leser gibt es Platz. Und man kann schnell auf aktuelle Themen reagieren.

Webseitenbaukästen oder Blog-Software könnten eine geeignete technische Basis für euren Online-Auftritt sein. Dann müsst ihr nichts selbst programmieren, die Einrichtung geht schnell und unkompliziert und die Kosten betragen nur wenige Euro im Monat.

Aber wenn ihr die Seiten nicht in regelmäßigen Abständen aktualisiert, guckt irgendwann keiner mehr rein. Und irgendwie müsst ihr auch auf eure Seite aufmerksam machen – am besten in der gedruckten Schülerzeitung, am Schwarzen Brett oder an allen anderen Orten, an denen ihr auch für eure Schülerzeitung Werbung macht. Bestimmte Formalien wie Presserecht oder Impressum gelten natürlich auch im Internet.

Organisieren

Recherchieren

Ein guter Journalist hält Augen und Ohren offen, um Themen zu finden. Dann muss er recherchieren, Informationen überprüfen, Zusammenhänge richtig wiedergeben. Das Zauberwort heißt "investigativer Journalismus". "Investigativ" kommt vom Lateinischen "investigare" (nachforschen, auskundschaften). Der erste Schritt dazu ist es schon, ein Thema zu finden: etwas Neues aus dem Schulleben, eine Reportage über eine außergewöhnliche Aktion oder etwas, das die Schüler kritisieren. Seid neugierig und fragt nach den Hintergründen: Warum ist ein fest eingeplanter Lehrer doch nicht da? Warum sind in einem Kurs die Noten so viel besser als in einem anderen? Weil jedes Ding zwei Seiten hat, müssen verschiedene Aussagen berücksichtigt werden. Das gilt vor allem bei Kritik.

Themenplan

Um sich nicht zu verzetteln, ist ein Themenplan prima. Dafür setzt ihr euch am besten zusammen und listet auf, was für die Leser interessant sein könnte. Was ist neu, was hat sich geändert und warum? Hat vielleicht jemand einen Wettbewerb gewonnen oder ein ausgefallenes Hobby, bietet sich das für ein Interview an. Im Themenplan solltet ihr auch festlegen, welche Beiträge unbedingt in der nächsten Ausgabe erscheinen müssen, weil sie sonst nicht mehr aktuell sind, und welche sich "schieben" lassen, wenn zu viel Material vorliegt. Sprecht auch die Länge der einzelnen Themen ab, das hilft euch beim Layout.

Zeitplan

Alle Mitarbeiter einer Schülerzeitung müssen sich an einen Zeitplan halten. Er vermeidet nicht nur Streitereien. Er sorgt vor allem dafür, dass eure Zeitung zum vorgesehenen Termin erscheint. Achtet darauf, dass der Zeitplan euch viel Luft lässt. Sonst muss doch alles auf den letzten Drücker durchgezogen werden. Es müssen vielleicht Interviews geführt werden, und der gewünschte Interviewpartner steht nicht immer sofort zur Verfügung. Manche Themen müsst ihr zeitaufwändig recherchieren. Am Ende solltet ihr unbedingt Zeit für gründliches Korrekturlesen einplanen. Denn Fehler schleichen sich immer ein, und besser ihr entdeckt sie als eure Leser. Bei Druckerzeugnissen müsst ihr auch Zeit für das Anliefern, Drucken und Abholen der Exemplare einkalkulieren.

Öffentlichkeitsarbeit

Die beste Öffentlichkeitsarbeit ist eure Schülerzeitung selbst – wenn sie regelmäßig erscheint (mindestens viermal im Jahr wäre gut). Schulintern könnt ihr auf euch und eure Arbeit durch regelmäßige Termine aufmerksam machen, vielleicht an einem Schwarzen Brett mit aktuellen Nachrichten. Informiert über eure Arbeit und bietet die Möglichkeit an, Redakteur zu werden oder einfach nur einen einzelnen Artikel einzureichen. Bezieht Jüngere mit ein, sie können die Zeitung weiterführen, wenn ihr die Schule beendet.

Ein eingängiger Name, ein Logo und ein witziger Slogan machen eure Schülerzeitung wiedererkennbar. T-Shirts mit Logo oder Slogan machen euch als Redaktion bekannt. Nach außen bieten sich Gespräche und eventuell eine Zusammenarbeit mit der örtlichen Tageszeitung an. Dieser könnt ihr auch interessante Meldungen anbieten. Ihr könnt auch an Schülerzeitungswettbewerben teilnehmen.

Recht

Presserecht

Die Pressefreiheit ist viel wert. Doch mit der Freiheit muss der Journalist sorgfältig umgehen. Über die Pressefreiheit in Politik und Gesellschaft wacht der deutsche Presserat, eine Einrichtung zur freiwilligen Selbstkontrolle der Medien. Er beschäftigt sich auch mit Beschwerden gegen die Medien. Damit es dazu gar nicht erst kommt, orientieren sich gute Journalisten am Pressekodex des Presserats oder am "Netzwerk Recherche", einer Journalistenvereinigung. Wichtige Grundsätze: Journalisten sollen nur über die Wahrheit berichten und die Würde des Menschen wahren. Journalisten recherchieren sorgfältig und machen keine versteckte Werbung in ihren Artikeln. Personenfotos werden nur mit Zustimmung der Aufgenommenen veröffentlicht. Bildunterschriften dürfen keinen Anlass zu Spekulationen oder Missverständnissen geben.

Impressum

Bestandteil jeder Publikation und somit auch eurer Schülerzeitung ist ein Impressum. Darin stehen wichtige Informationen über eure Zeitung, zum Beispiel die Auflagenzahl, die Namen der Zeitungsmacher sowie eine Postanschrift oder zumindest eine E-Mail-Adresse, unter der eure Zeitung erreichbar ist. Außerdem sollte darin der Name eines Verantwortlichen im Sinne des Presserechts (V. i. S. d. P.) stehen, der formell die Verantwortung für den Inhalt der Zeitung trägt.

Jugendpresseausweis

Ein Jugendpresseausweis ist eine feine Sache. Er erleichtert euch die Arbeit, weil ihr damit Behörden und Veranstaltern nachweisen könnt, dass ihr für eine Schülerzeitung arbeitet. Aber Vorsicht: Den Jugendpresseausweis solltet ihr euch auf jeden Fall von einem Jugendpresseverband ausstellen lassen, der dafür auch Tätigkeitsnachweise verlangt. Ansonsten gelten die Ausweise bei Behörden und Veranstaltern als "unglaubwürdig", und ihr habt umsonst dafür bezahlt. Jugendpresseverbände in Deutschland und ihre Angebote findet ihr im Internet unter www.jugendpresse.de.

Weitere Tipps für Schülerzeitungsmacher gibt es auch unter www.schuelerzeitung.de.

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