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Ausbildung abbrechen oder durchziehen?

Mai 2020 – Deine Ausbildung nervt dich? Ob du die Notbremse ziehst und abbrichst, solltest du dir gut überlegen. Der Rentenblicker gibt dir eine Entscheidungshilfe.

Ich bin gefrustet und gehe seit einiger Zeit mit schlechter Laune an meinen Ausbildungsplatz. Soll ich hinschmeißen?

Das solltest du auf keinen Fall überstürzt tun. Eine Durststrecke im Job kennt jeder. Mal nerven die Kollegen oder der Chef, mal sind deine Aufgaben unspannend und wenn die Luft brennt, wirst du hin und wieder länger arbeiten müssen. Deshalb mach dir am besten im ersten Schritt klar, warum du deine Ausbildung abbrechen oder den Betrieb wechseln möchtest:

  • Der Ausbildungsberuf interessiert mich nicht.
  • Ich komme mit meinem Chef und/oder meinen Kollegen nicht klar.
  • Ich möchte oder muss umziehen.
  • Ich kann die Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen nicht weitermachen.
  • Ich möchte ein Studium anfangen.

Wenn dich etwas in deinem Betrieb stört, hilft es oft mit deinem Chef darüber zu sprechen. Vielleicht kann er dir andere Aufgaben übertragen oder dich in ein anderes Team stecken, wenn es mit den Kollegen hakt.

Wann sollte ich meine Ausbildung auf jeden Fall abbrechen?

Was du auf keinen Fall ertragen musst, ist Gewalt am Arbeitsplatz. Das kann körperliche Gewalt sein oder psychische – zum Beispiel Mobbing oder Drohungen. Auch sexuelle Übergriffe sind ein Grund, sofort zu handeln.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich überlege abzubrechen?

Hat dein Ausbildungsbetrieb einen Betriebsrat, geh auf ihn zu. Er kennt die Firma und meistens auch viele formelle Regeln. Außerdem sind Gespräche mit einem Mitglied des Betriebsrats vertraulich, du musst also keine Angst haben, dass der Chef Wind von deinen Plänen bekommt.

Auszubildendenvertreter, Industrie- und Handwerkskammer oder Gewerkschaften können dir auch weiterhelfen.

Ich habe entschieden zu gehen – und jetzt?

Sorge dafür, dass du weißt, wie es danach für Dich weitergeht. Eine große Lücke im Lebenslauf ist kein guter Start ins Berufsleben, sie bringt dich bei anderen Arbeitgebern schnell in Erklärungsnot. Außerdem musst du ja Geld verdienen. Bestenfalls hast du einen neuen Ausbildungs- oder Studienplatz in der Tasche. Auch ein Praktikum kann sinnvoll sein, um Erfahrungen in einem neuen Berufsfeld zu sammeln. Vielleicht ist auch ein Freiwilliges Soziales Jahr das Richtige für dich oder es zieht dich ins Ausland.

Wie sieht meine Kündigungsfrist aus?

Die Kündigungsfristen stehen in deinem Arbeitsvertrag beziehungsweise im geltenden Tarifvertrag. Oft sind sie davon abhängig, wie lange du deine Ausbildung schon machst. Insbesondere ist wichtig, ob du noch in der Probezeit bist. Innerhalb der Probezeit kannst du fristlos und ohne Angabe von Gründen kündigen.

Was muss ich bei meiner Kündigung beachten?

Du musst schriftlich kündigen, eine Mail oder WhatsApp reichen aber nicht. Formuliere einen kurzen Brief, unterschreibe ihn und übergib ihn deinem Arbeitgeber am besten persönlich. Schickst du die Kündigung per Post, wähle sicherheitshalber ein Einschreiben, damit du nachweisen kannst, dass deine Kündigung angekommen ist.

Wer hilft mir, im zweiten Anlauf den richtigen Ausbildungsplatz zu finden?

Da gibt es eine Menge Angebote. Wenn du dir einen Überblick über verschiedene Ausbildungsberufe verschaffen willst, hilft das Berufenet der Arbeitsagentur. In einem persönlichen Beratungsgespräch bei einer Agentur in deiner Nähe kannst du dich beraten lassen und deine Fragen loswerden. Außerdem helfen dir auch die Industrie- und Handelskammern.

Die Jugendorganisation des Deutschen Gewerkschaftsbunds bietet viele Infos rund um die Berufsorientierung und deine Rechte und Pflichten als Azubi.

Außerdem findest du im Netz jede Menge kleine Selbsttests, die dir eine erste Idee geben können, welche Ausbildung zu dir passen könnte.

Was muss ich beachten, wenn ich Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehe?

Bis zur Minijob-Grenze von 450 Euro im Monat wird deine BAB nicht gekürzt. Verdienst du mehr, gibt es Abzüge. Wie hoch diese ausfallen, zeigt dir der BAB-Rechner der Bundesagentur für Arbeit.

Nützliche Links

Berufenet der Arbeitsagentur

Beratung der DGB-Jugend

IHK-Lehrstellenbörse

Bundesinstitut für Berufsbildung

Rentenblicker: Profile im Überblick

Weiterführende Informationen