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Ausbildung plus Nebenjob

Mai 2020 – Du möchtest gern dein Azubigehalt aufbessern und deshalb Geld durch einen Nebenjob verdienen? Der Rentenblicker erklärt dir, was du dabei beachten musst.

Darf ich als Azubi überhaupt einen Nebenjob annehmen?

Das geht, sofern in deinem Arbeitsvertrag nicht steht, dass du keine Nebenbeschäftigung haben darfst und dass du die Arbeitszeitgesetze einhältst. In jedem Fall solltest du mit deinem Chef darüber sprechen, dass du nebenbei arbeitest. Dazu verpflichtet dich oft sogar dein Arbeitsvertrag.

Wann darf mir der Chef verbieten, einen Nebenjob anzunehmen?

Er kann es dir verbieten, wenn du deine Arbeit wegen des Jobbens nicht mehr gut ausfüllen kannst. Etwa, wenn du bis spät nachts in einer Bar kellnern und deshalb meist unausgeschlafen in den Betrieb kommen würdest. Außerdem ist dir ein „Nein!“ sicher, wenn du bei einem Konkurrenten jobbst.

Kann ich in meinem Urlaub arbeiten gehen?

Nein, das geht nicht. Das Bundesurlaubsgesetz regelt, dass du dich im Urlaub erholen sollst. Was auch nicht geht: dich vom Arzt krankschreiben lassen und währenddessen nebenbei jobben. Damit riskierst du eine Kündigung.

Wie lange darf ich pro Woche höchstens arbeiten?

Das hängt ein bisschen davon ab, wie lang dein Arbeitstag im Betrieb normalerweise dauert. Denn grundsätzlich darfst du die gesetzlichen Arbeitszeiten nicht überschreiten. Bist du über 18 Jahre alt, darfst du höchstens 48 Stunden wöchentlich arbeiten, verteilt auf bis zu sechs Tage pro Woche. Minderjährige Azubis dürfen täglich höchstens acht Stunden arbeiten und das maximal an fünf Tagen die Woche, sodass maximal 40 Wochenstunden anfallen.

Hast du als volljähriger Azubi also eine Fünftagewoche und arbeitest 40 Stunden, könntest du am Samstag noch einen Nebenjob haben. Genügend Pausen müssen aber alle Azubis machen. Achtung: Laut manchen Tarifverträgen ist die maximale Arbeitszeit niedriger geregelt, dann kann es mit einem Nebenjob eng werden.

Wie viel darf ich maximal nebenbei verdienen?

In der Regel hast du einen gewerblichen Minijob. Das bedeutet, dass dein Gehalt nicht mehr als 450 Euro im Monat beträgt. Ist das der Fall, musst du nur geringe Rentenversicherungsbeiträge zahlen. Ansonsten fallen weder Sozialversicherungsbeiträge noch Steuern auf den Zuverdienst an.
Auf ausdrücklichen Wunsch kannst du dich für deinen Minijob auch von den Rentenbeiträgen befreien lassen. Dein Arbeitgeber kann das aber nicht tun und muss immer seinen Anteil an den Rentenbeiträgen zahlen. Verdienst du 450 Euro im Monat und hast du dich von der Zahlung der Rentenversicherungsbeiträge befreien lassen, steigert ein Jahr Minijob deine monatliche Rente derzeit um etwa 3,55 Euro.

Oder du überlegst es dir anders und beteiligst dich an der Zahlung der Rentenversicherungsbeiträge: Die betragen aktuell 3,6 Prozent von deinem Monatsverdienst, also maximal 16,20 Euro bei 450 Euro. Zusammen mit dem, was dein Arbeitgeber einzahlt, steigerst du deine Rente bei einem durchschnittlichen Monatsverdienst von 450 Euro derzeit um etwa 4,50 Euro.

Wer nebenher in einem Privathaushalt jobbt, für den gelten andere Regeln. Über die informiert die Minijob-Zentrale.

Ändert sich meine Steuerklasse?

Solange du einen Minijob ausübst und dabei nicht über 450 Euro pro Monat verdienst, benötigst du in der Regel keine Steuerklasse, weil dein Arbeitgeber die Steuern übernimmt und eine Pauschale an die Minijob-Zentrale zahlt. Andere Zweitjobs, die keine Minijobs sind, werden in der Regel über die Steuerklasse 6 versteuert. Dann wird dir aber ein Großteil deines Lohns abgezogen.

Bekomme ich weniger BAföG, wenn ich einen Minijob mache?

Solltest du BAföG beziehen, ändert sich nichts an dem Betrag, der dir ausgezahlt wird, solange du im Nebenjob weniger als 450 Euro verdienst.

Was, wenn ich nur für eine kurze Zeit nebenher verdiene?

Die Frage kennen wir von Azubis, die bei der Ernte helfen oder am Wochenende im Eiscafé oder auf dem Weihnachtsmarkt jobben. Für solche Jobs gibt es das Modell „kurzfristige Beschäftigung“ (es wird auch „kurzfristiger Minijob“ genannt). Diese Beschäftigungsart ist von vorneherein begrenzt: Du darfst im Laufe eines Kalenderjahres bei einer Fünftagewoche nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage arbeiten. Im Rahmen einer kurzfristigen Beschäftigung fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an. Auf die Höhe des Verdienstes kommt es hier, anders als beim 450-Euro-Minijob, nicht an.

Wichtig: Derzeit gelten für kurzfristige Beschäftigungen aufgrund des vor Kurzem beschlossenen „Corona-Krisenpakets“ Sonderregelungen. Aktuell darfst du bis zu fünf Monate beziehungsweise 115 Tage arbeiten. Diese Ausnahme gilt befristet bis zum 31. Oktober 2020.

Was muss ich beachten, wenn ich Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehe?

Bis zur Minijob-Grenze von 450 Euro im Monat wird deine BAB nicht gekürzt. Verdienst du mehr, gibt es Abzüge. Wie hoch diese ausfallen, zeigt dir der BAB-Rechner der Bundesagentur für Arbeit.

Nützliche Links

BAB-Rechner der Arbeitsagentur

Minijob-Zentrale

Deutsche Rentenversicherung: Ferien- und Nebenjobs

Rentenblicker: Profile im Überblick

Weiterführende Informationen