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Azubi-Knigge

 

Februar 2015 – Für den ersten Eindruck im Ausbildungsbetrieb oder auf der neuen Arbeitsstelle zählt – na klar! – der erste Tag. Wer zur Arbeit kommt - Kopfhörer auf den Ohren, Hände in den Taschen – und sich vorstellt mit "Moin, ich bin die Steffi, die neue Azubine" hat schon fast alles falsch gemacht, was falsch zu machen ist. "Alles, was irgendwie lustlos rüberkommt, geht gar nicht", sagt Regina Schäfer. Und sie kennt sich aus: Sie hat zusammen mit ihrer Kollegin Ingrid Ute Ehlers das Buch "Bin gut angekommen - Die wichtigsten sozialen Spielregeln für Azubis" geschrieben.

Der erste Tag:

Azubis stellen sich am besten mit Vor- und Nachnamen vor und sagen dazu, dass sie die neuen Auszubildenden sind und dass sie heute den ersten Tag haben. Ganz schlimm: "Formulierungen wie Moin oder Hallöchen", sagt Regina Schäfer. Am ersten Tag müsse es schon ein "Guten Tag" sein. Der passende Dresscode ist wichtig – also vorher informieren, was man in der Branche oder im Betrieb so trägt. Für den ersten Tag gilt. Lieber ein bisschen zu schick als zu sehr Freizeit-Look. Und das auch ernst nehmen: Und auch nicht vergessen: Finger weg vom Handy: Wer immer aufs Display glotzt, ständig seinen Status updated oder am Ende noch Selfies vom neuen Arbeitsplatz postet, wirkt nicht nur desinteressiert, sondern auch grob unhöflich. Und kann sich auch Ärger einhandeln.

Die richtige Begrüßung:

Blickkontakt, Körperspannung, lächeln – das sind die drei wichtigsten Tipps für die richtige Begrüßung. Und am ersten Tag kann die ruhig ein bisschen formeller ausfallen – und zurückhaltender. Also nicht mit ausgestreckter Hand auf das Gegenüber zustürmen. "Der Handschlag geht vom Ranghöheren aus", warnt die Fachfrau. Und für Azubis sind erstmal fast immer alle Kollegen ranghöher.

Duzen oder Siezen?

Sätze wie "Sie können ruhig Du zu mir sagen" sollten Azubis unbedingt vermeiden. "Denn sonst landen sie ganz schnell beim diskriminierenden Du"; rät Schäfer. Was das heißt? "Na, die älteren duzen einen, aber man selbst muss siezen – und das zieht sich meistens auch weiter durch, wenn man die Ausbildung dann irgendwann abgeschlossen hat." Und auf gar keinen Fall darf man jemanden einfach unaufgefordert duzen. "Der Ranghöhere oder der Ältere muss das Du anbieten!" Azubis empfinden das Siezen oft als veraltet und spießig. "Aber sie sollten sich im eigenen Interesse dran gewöhnen, dass sie gesiezt werden", rät Regina Schäfer, die zusammen mit ihrer Kollegin auch Azubi-Seminare in Unternehmen zum Thema soziale Spielregeln im Beruf gibt.

Die richtige Kommunikation:

Auf Facebook oder bei WhatsApp spielt Rechtschreibung selten eine Rolle, Smileys dafür umso mehr. In einer dienstlichen Mail ist das genau umgekehrt: "Smileys haben da erstmal nichts zu suchen, aber auf Rechtschreibung, Groß- und Kleinschreibung und Zeichensetzung sollten Azubis wert legen". Auch die Anrede (Namen richtig geschrieben!) und eine Schlussformel müssen sein. Nicht vergessen: "Auch eine E-Mail ist eine Art Geschäftsbrief mit dokumentarischem Charakter." Wenn man da schludrig ist, könnten andere da Rückschlüsse auf die sonstige Arbeitsweise ziehen. Deshalb: Lieber ein bisschen formeller, das gilt auch für den Umgang mit Kunden.

Das Einmaleins des harmonischen Büro- oder Betriebslebens:

Die Reviere von anderen erkennen und achten. Das heißt:

  • Nicht einfach in ein Büro reinplatzen, wenn die Tür zu ist.
  • Ausgeliehenes Werkzeug auch wieder zurück bringen.
  • Nicht einfach einen fremden Joghurt aus dem Kühlschrank nehmen.
  • Wer die letzte Tasse Kaffee nimmt, kocht neuen.
  • Nicht unaufgefordert den Arbeitsplatz eines Kollegen nutzen oder sich an dessen Platz setzen.

Und generell:

  • Aufmerksam sein und unaufgefordert seine Hilfe anbieten.
  • Pünktlich sein und Zusagen einhalten.
  • Nicht immer nur die Schokoriegel von anderen essen, auch mal selbst Kekse für alle mitbringen.

Mit Kritik umgehen:

Wenn der Chef mal richtig meckert, heißt die goldene Regel: "Nicht alles persönlich nehmen." Aber: "Die Kritik annehmen." Ganz wichtig ist es, den Chef erstmal ausreden zu lassen. "Ja, aber..."- Unterbrechungen sollten Azubis besser lassen. Und wenn der Chef fertig ist: "Den gemachten Fehler zugeben, und zwar aufrichtig zugeben. Und sich entschuldigen. Das nimmt den Wind aus den Segeln." Aber auf das "Sorry-Phänomen" verzichten. Damit meint Regina Schäfer die Angewohnheit, alles mit einem lockeren "Sorry" aus der Welt zu schaffen. "Das klingt selten überzeugend." Stattdessen anbieten, den Fehler zu beheben – und signalisieren, wie man den Fehler künftig vermeiden will.

#Sympathiepunkte: "Und wer ansonsten die oben genannten Regeln beachtet, hat meistens so viele Punkte auf seinem Sympathiekonto, dass sich der Wutausbruch des Chefs in Grenzen hält", ist Regina Schäfer überzeugt.

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