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FAQ: BAföG-Rückzahlung

August 2020 - Einige Studierende bekommen während ihrer Unizeit BAföG. Der Rentenblicker erklärt, wann du das Geld zurückzahlen musst und worauf du dabei achten solltest.

Was muss ich zurückzahlen?

Dein BAföG setzt sich zusammen aus dem Staatsdarlehensanteil und verschiedenen Zuschüssen wie zum Beispiel dem Kinderbetreuungszuschuss. Zurückzahlen musst du nur die Hälfte des Staatsdarlehens. Wie viel das genau ist, steht in deinem BAföG-Bescheid. Insgesamt sind es aber maximal
10.000 Euro – beziehungsweise 77 Monatsraten (für alle, die ab September 2019 BAföG beziehen).

Wann muss ich zurückzahlen?

Fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer beginnt deine Rückzahlung. Das Bundesverwaltungsamt  (BVA) fordert dich etwa ein halbes Jahr vorher schriftlich dazu auf. Die Frist bezieht sich auf den ersten Ausbildungsabschnitt (bei einem Bachelor-/Masterstudium also auf das BAföG, das du für deinen Bachelor erhalten hast). 

Damit dich das Amt erreicht und du keine Zahlung verpasst, solltest du deine Daten aktuell halten. Muss das Amt zum Beispiel deine Adresse ermitteln, kostet dich das nicht nur 25 Euro Gebühr, sondern auch die Möglichkeit, nach 20 Jahren den Rest deiner Schulden erlassen zu bekommen. Insgesamt hast du 20 Jahre Zeit, deine Schulden abzubezahlen. Wer vor dem September 2019 BAföG bezogen hat, gilt als „Altschuldner“, die Frist verlängert sich in bestimmten Fällen auf bis zu 30 Jahre.

Wie viel muss ich zurückzahlen?

Ab April 2020 beträgt eine Monatsrate 130 Euro. In der Regel zahlst du pro Quartal 390 Euro. Die monatliche Rate kann auch niedriger sein:

  • Wenn dein Gehalt (netto) unter 1.225 Euro liegt (Freibetragsgrenze) oder nur ganz knapp darüber, verringert sich deine monatliche Rate beziehungsweise kannst du dich ganz von der Rückzahlung freistellen lassen. 
  • Dein Freibetrag erhöht sich, wenn du zum Beispiel Kinder hast oder einen Ehepartner, der kein eigenes Einkommen hat. 
  • Raten unter 42 Euro werden nicht eingefordert. 

Die Freistellung musst du beim BVA beantragen (das geht auch online). Sie wird meistens für ein Jahr genehmigt. Anschließend musst du sie neu beantragen. Wenn deine Freistellung für mehrere Jahre festgesetzt wurde, musst du dem Amt unbedingt mitteilen, wenn sich dein Gehalt oder deine Freibeträge ändern!

Wer seine Schulden vollständig oder zu einem großen Teil auf einmal zurückzahlt, profitiert von Rabatten. Wie diese genau aussehen, steht in deinem ersten BAföG-Bescheid.

Wenn du nur noch wenig Zeit hast, dein BAföG zurückzuzahlen (die 20 Jahre also fast vorbei sind) und du noch hohe Schulden hast, wird deine Rate hochgesetzt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn du dich lange hast freistellen lassen. Natürlich wird die Rate auch dann an deinen Freibetrag angepasst. 

Was passiert nach 20 Jahren, wenn ich immer noch Schulden habe?

Deine Restschulden können dir nach 20 Jahren erlassen werden. Bei Altschuldnern (BAföG-Bezug vor September 2019) sind es 30 Jahre, sofern du es nicht bis Anfang März anders beantragt hast. Damit dir deine Schulden erlassen werden, müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Du hast deine Rate bis dahin immer bezahlt.
  • Du hast dem BVA etwaige Änderungen von Adresse, Einkommen oder Freibeträgen gemeldet.
  • Du warst nie im Zahlungsrückstand.
  • Für dich wurden nie Bußgelder oder Rückstandszinsen erhoben.
  • Du hast nie Stundungen (Aufschiebungen der Zahlung) beantragt. 

Gehen meine BAföG-Schulden auf meinen Partner oder meine Kinder über?

Nein, die BAföG-Rückzahlung betrifft nur dich. Die Schulden werden nicht vererbt. Wenn du stirbst, muss niemand einspringen, um deine BAföG-Schulden zu begleichen.

Nützliche Links

Infos zum BAföG

Mehr über das BAföG-Verfahren

Portal für deine BAföG-Rückzahlung

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