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Auf Herz und Nieren

Organe spenden: Ja oder Nein? Wichtig ist, dass du dich entscheidest. Diese Fakten musst du kennen.

Februar 2017 – Im Alltag denkst du oft nicht darüber nach oder willst es vielleicht auch gar nicht: Organspende. Wegen eines Unfalls oder einer Krankheit kann es aber passieren, dass du oder ein Angehöriger ein Organ eines Spenders brauchst. So geht es über 10.000 Menschen in Deutschland. Das Problem: Es gibt lange Wartelisten und nur wenige Spender. Deshalb ist es wichtig, dass du dich über das Thema informierst und entscheidest, ob du im Fall der Fälle Organe spenden möchtest oder nicht. Ein Überblick über die wichtigsten Fragen zum Thema:

Was ist eine Transplantation überhaupt?

Eine Transplantation ist eine Übertragung von funktionierenden Organen von einem verstorbenen Menschen auf eine schwer kranke Person. Bis zur Entnahme der Organe wird der Blutkreislauf des Verstorbenen aufrechterhalten.

Welche Organe kann ich spenden?

Das sind Herz, Lunge, Bauchspeicheldrüse, Leber, Niere und der Darm. Du kannst auch Gewebe spenden. Dazu gehören die Hornhaut des Auges, Haut, Blutgefäße, Sehnen, Bänder, Herzklappen, Knochen und die Eihaut der Fruchtblase. Mehr Informationen zur Gewebespende bekommst du unter www.organspende-info.de

Gibt es Voraussetzungen, damit Organe gespendet werden können?

Zuerst muss beim möglichen Spender der Hirntod festgestellt werden. Zweitens muss zuvor die Einwilligung für die Spende erfolgt sein. Alternativ können das auch die Angehörigen. Sie müssen dabei aber den vermuteten Willen des Verstorbenen berücksichtigen.

Was bedeutet „Hirntod“?

Die Funktion des gesamten Gehirns – Großhirn, Kleinhirn, Hirnstamm – ist unwiderruflich ausgefallen. Alle lebenswichtigen Funktionen können dann vom Körper nicht mehr selbst aufrechterhalten werden – die Person kann zum Beispiel nicht mehr selbstständig atmen. Ursachen können Blutungen oder Verletzungen im Gehirn sein. Zwei qualifizierte Ärzte, müssen den Hirntod unabhängig voneinander feststellen. Es dürfen keine Organe entnommen werden, wenn auch nur eine geringe Hirnaktivität oder Zweifel bestehen.

Wer bekommt meine Organe?

Das kommt auf Merkmale wie Blutgruppe, Alter oder Gewicht an. Je ähnlicher die Merkmale von Empfänger und Spender sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit für eine Abstoßung des Organs. Außerdem spielen Dringlichkeit sowie die Wartezeit bei den möglichen Empfängern eine Rolle. Ob Spender und Empfänger gesetzlich oder privat versichert sind, ist egal.

Wer vermittelt die Organe an den richtigen Empfänger?

Das macht die Stiftung Eurotransplant. Sie vermittelt und verteilt anhand einer Warteliste die gespendeten Organe. Mitglieder der Stiftung sind neben Deutschland auch Belgien, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Ungarn und Slowenien.

Kann ich auch selbst entscheiden, wer meine Organe bekommt?

Nein.

Kann ich auch Organe spenden, wenn ich noch am Leben bin?

In einzelnen Fällen ja. Die „Lebendspende“ von Organen, die sich nicht erneut bilden können, ist nur unter Verwandten ersten und zweiten Grades möglich – also Eltern, Geschwistern, Ehepartnern, Verlobten – oder unter sich sehr nahe stehenden Personen erlaubt. Zudem ist sie nur möglich, wenn kein Organ eines Verstorbenen zur Verfügung steht.

Welche Organe kann ich zu Lebzeiten spenden?

Eine „Lebendspende“ ist mit einer Niere oder einem Teil der Leber möglich.

Gibt es Vorerkrankungen, die eine Organspende generell ausschließen?

Bei einer Krebserkrankung oder bestimmten Infektionen kann eine Spende ausgeschlossen sein. Bei anderen Erkrankungen entscheiden die Ärzte anhand des Befunds.

Warum sollte ich mich entscheiden?

Du kannst nur Organspender werden, wenn du dich schriftlich oder mündlich dazu bereit erklärst. Wenn du dich für (oder gegen) eine Organspende entschieden hast, solltest du einen Organspendeausweis beantragen. Wenn du keine Entscheidung triffst, müssen das deine Angehörigen nach deinem Tod machen. Das kann für sie sehr belastend sein. Deshalb solltest du mit deiner Familie oder auch sehr engen Freunden darüber sprechen, was du möchtest.

Was ist ein Organspendeausweis?

In dem Ausweis kannst du festhalten, ob du Organe und Gewebe spenden möchtest oder nicht. Du kannst auch bestimmen, ob eine andere Person das für dich entscheiden soll. Zudem kannst du vermerken, welche Organe oder welche Gewebe du genau spenden möchtest, oder welche auf keinen Fall.

Wo bekomme ich einen Organspendeausweis?

Die Krankenkasse ist verpflichtet, alle zwei Jahre einen Ausweis an ihre Versicherten ab dem 16. Lebensjahr zu schicken, den sie ausfüllen können. Alternativ kannst du ihn dir auch bestellen oder online ausfüllen (www.organspende-info.de/organspendeausweis).

Wo bewahre ich den Organspendeausweis auf?

Es ist sinnvoll ihn immer bei sich zu tragen – zum Beispiel zusammen mit dem Personalausweis. Möchtest du das nicht, solltest du eine Vertrauensperson über deine Entscheidung und wo der Ausweis zu finden ist, informieren.

Kann ich mich auch umentscheiden?

Du kannst deine Meinung jederzeit ändern – der Organspendeausweis ist an keiner offiziellen Stelle registriert. Vernichte den alten Ausweis und fülle einen neuen aus. Hast du jemanden über deine Entscheidung informiert? Dann sage der Person Bescheid, dass sich deine Meinung geändert hat.

Wie sieht es mit der Organspende aus, wenn ich noch minderjährig bin?

Bis du 14 Jahre bist, entscheiden deine Eltern. Ab dem vollendeten 14. Lebensjahr kannst du dann Einspruch gegen eine Organspende einlegen. Ab 16 Jahren kannst du selbst bestimmen, ob und welche Organe du spenden möchtest.

Erfährt der Organempfänger, wer das Organ gespendet hat?

Nein, die Spende ist anonym. Bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation können deine Angehörigen jedoch erfahren, ob die Transplantation erfolgreich war.

Bekommt man für eine Organspende Geld?

Nein. Die Spende darf nicht von finanziellen Fragen abhängen. Sie soll freiwillig und aus menschlichen Gründen getroffen werden. Deshalb werden zum Beispiel auch nicht die Beerdigungskosten des Spenders übernommen.

Ich habe mich zu Lebzeiten für eine Organspende entschieden: Wird in einer Notfallsituation alles getan, um mein Leben zu retten?

Das Wohl eines Patienten steht bei den Ärzten an erster Stelle. Deshalb wird alles getan, um dein Leben zu retten – egal ob du dich für oder gegen eine Organspende entschieden hast.

Wie verläuft eine Organspende?

Nach einem Unfall oder einer Erkrankung mit schwerer Schädigung des Gehirns erfolgt die Organspende in verschiedenen Schritten:

  1. Zweifelsfreie Feststellung des Hirntods.
  2. Das Krankenhaus informiert die Koordinierungsstelle Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO).
  3. Die Bereitschaft zur Organspende wird anhand des Organspendeausweises oder durch ein Gespräch mit den Angehörigen geklärt.
  4. Nach einer Zustimmung zur Organspende wird der Verstorbene medizinisch untersucht.
  5. Die Daten werden an Eurotransplant übermittelt.
  6. Entnahme des Organs und Transport in ein Transplantationszentrum
  7. Organtransplantation

Mit wem kann ich über das Thema sprechen?

Grundsätzlich mit jedem, mit dem du darüber sprechen möchtest – also Familie, Freunde oder Hausarzt. Du kannst auch beim kostenlosen Infotelefon Organspende anrufen: 0800 90 40 400. Das geht in der Zeit von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr.

 

#Organspende: Als Spender gibst du einen Teil von dir an jemand anderen und kannst damit bis zu sieben Menschen retten. Im Jahr 2016 haben laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) 857 Menschen Organe nach dem Tod gespendet – auf der anderen Seite warten 10.000 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan. Die Zahl der Spender ist in vergangenen Jahren gesunken – 2010 waren es noch 1.296.

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