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FAQ Waisenrente

Ausbildung, Arbeitslosigkeit, Anrechnung – alles Wichtige zur Waisenrente

Oktober 2016 – Stirbt ein Elternteil oder beide, ist das eine große emotionale Belastung – aber auch eine finanzielle. Denn durch den Tod fehlt Einkommen. Einkommen, das für Ausbildung, Urlaub oder Lebensunterhalt gebraucht wird. Deswegen zahlt die Deutsche Rentenversicherung eine wichtige Leistung – die Waisenrente. Stirbt ein Elternteil, bekommt man eine Halbwaisenrente. Sterben beide Elternteile, zahlt die Rentenversicherung eine Vollwaisenrente.

Zurzeit beziehen rund 325.000 Halbwaisen und rund 7.000 Vollwaisen eine Waisenrente. Halbwaisen bekommen durchschnittlich rund 160 Euro, Vollwaisen durchschnittlich rund 340 Euro monatlich.

Wir haben zusammen mit Experten von der Deutschen Rentenversicherung mal so ziemlich alle Fragen, die es zur Waisenrente gibt, zusammengetragen und beantwortet. Über das Menü kommt ihr zu den Fragen, die euch interessieren.

Menü

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Voraussetzungen Wehrdienst und Waisenrente
Dauer der Waisenrente Referendar und Waisenrente
Definition „Ausbildung“ Praktikum und Waisenrente
Abendschule und Waisenrente Leistungen zur Teilhabe
Fernlehrgänge und Waisenrente VHS-Kurse und Waisenrente
Berufsgrundbildungsjahr und Waisenrente Ausbildung im Ausland
Berufspraktikum und Waisenrente Auslandsaufenthalt
Anzahl der Ausbildungen Sprachkurs und Waisenrente
Zwischen zwei Ausbildungen Au-pair und Waisenrente
Universitäre Vorbereitungskurse Arbeitslosigkeit und Waisenrente
Gasthörer und Waisenrente Berechnung der Waisenrente
Meistervorbereitungskurse Einkommen und Waisenrente

Voraussetzung für eine Waisenrente

Eine Waisenrente kann immer dann von der Rentenversicherung gezahlt werden, wenn der oder die Verstorbene mindestens fünf Jahre Rentenversicherungsbeiträge eingezahlt hat oder bereits eine Rente erhielt. Ist der Tod durch einen Arbeitsunfall eingetreten, wird die Waisenrente auch dann gezahlt, wenn der/die Verstorbene noch keine fünf Jahre Beiträge geleistet hat.

Waisenrente erhalten neben leiblichen und adoptierten Kindern auch Geschwister und Enkel, wenn sie im Haushalt des Verstorbenen lebten oder von ihm überwiegend unterhalten wurden. Stiefkinder und Pflegekinder müssen im Haushalt des Verstorbenen gelebt haben, um eine Waisenrente zu erhalten.

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Wie lange wird Waisenrente gezahlt?

Normalerweise wird eine Waisenrente bis zum 18. Geburtstag gezahlt. In dieser Zeit kommt es nicht darauf an, ob sich die Waise noch in Schul- oder Berufsausbildung befindet. Das wird in den darauffolgenden Jahren wichtig. Denn eine Waisenrente wird bis zum 27. Lebensjahr verlängert, wenn sich die Waise

  • in Schul- oder Berufsausbildung befindet,
  • einen Freiwilligendienst leistet oder
  • behindert ist und deshalb nicht selbst für sich sorgen kann.

Als Freiwilligendienst gelten ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr sowie der Bundesfreiwilligendienst.

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Was zählt alles zu „Ausbildung“?

Zur Ausbildung zählen Zeiten

  • an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen,
  • Hochschulen,
  • Berufsschulen
  • und in weiteren vergleichbaren Ausbildungsmaßnahmen.

Nach Vollendung des 18. Lebensjahres wird die Waisenrente während einer Ausbildung allerdings nur dann weitergezahlt, wenn diese einen tatsächlichen zeitlichen Aufwand von wöchentlich mehr als 20 Stunden erfordert.

Manchmal ist es auf den ersten Blick schwer zu bestimmen, was unter „Ausbildung“ fällt. Deswegen haben wir eure Fragen gesammelt und beantwortet.

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Bekommt man die Waisenrente auch, wenn man neben einem Job ein Abendgymnasium/Abendoberschule oder Abendrealschule besucht?

Der Besuch einer Abendschule/Abendrealschule oder eines Abendgymnasiums ist Schulausbildung, wenn der Zeitaufwand für den Unterricht, die Hausarbeiten und die erforderlichen Schulwege mehr als 20 Wochenstunden beträgt.

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Gelten auch nicht staatliche Fernlehrgänge und Weiterbildungen im direkten Anschluss an die Ausbildung als „Ausbildung“?

Fernunterricht ist dann Schul- oder Berufsausbildung, wenn eine der herkömmlichen Ausbildung vergleichbare „Stetigkeit und Regelmäßigkeit der Ausbildung“ gegeben und ihre Dauer nicht allein der Verantwortung des Schülers überlassen ist.

Hinweise für das Vorliegen dieser Kriterien können sein:

  • regelmäßiger mündlicher Direktunterricht,
  • bestimmte Rahmenzeitpläne und
  • Kontrolle des Leistungsstandes - zum Beispiel durch Korrektur- und Prüfungsaufgaben oder Zwischenprüfungen.

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Wird ein Berufsgrundbildungsjahr auch als Ausbildung anerkannt?

Das Berufsgrundbildungsjahr dauert ein Jahr und wird entweder als „Vollzeit-Schule“ oder als Kombination von betrieblicher Ausbildung und Berufsschulbesuch absolviert. Es wird daher als Ausbildung angesehen, sodass eine Waisenrente weitergezahlt wird.

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Ich will Erzieherin werden und muss dazu ein Berufspraktikum machen – zählt das als Ausbildung?

Einige Ausbildungsgänge für Berufe des "Sozial- und Erziehungsdienstes" (wie zum Beispiel Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Erzieher, Kindergärtner, Kinderpfleger) sehen nach Abschluss einer Fachschule, Fachhochschule oder Hochschule ein einjähriges Berufspraktikum (Anerkennungsjahr) vor. Wird nachgewiesen, dass das Praktikum Voraussetzung für die staatliche Anerkennung ist, gehört es zur Berufsausbildung. Die Waisenrente wird weitergezahlt.

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Ist es egal, wie viele Ausbildungen man macht?

Ja. Dabei ist es sogar egal, ob die vorherige Ausbildung abgebrochen wurde oder die neue Ausbildung der gleichen Fachrichtung angehört.

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Was ist in der Zwischenzeit zwischen zwei Ausbildungen – etwa vom Wechsel von der Ausbildung ins Studium?

Auch für Übergangszeiten – beispielsweise zwischen zwei Ausbildungen oder einem Freiwilligendienst und einer Ausbildung – wird die Waisenrente gezahlt. Voraussetzung: Zwischen den beiden Stationen liegen maximal vier Kalender-monate. Wenn von vornherein feststeht, dass die Übergangszeit länger als vier Kalendermonate dauert, besteht für die ganze Übergangszeit kein Anspruch auf Waisenrente.

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Gelten auch universitäre Vorbereitungskurse schon als Ausbildung?

Vorkurse für Studienanfänger sind Schul- und Berufsausbildung. Allerdings gelten folgende Voraussetzungen:

  • Kurs beträgt mindestens 20 Wochenstunden,
  • es werden studienbezogene Inhalten vermittelt und
  • die Vorkurse wurden von der Ausbildungseinrichtung gefordert oder wenigstens empfohlen.

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Ist man als Gasthörer an der Uni in „Ausbildung“ und erhält weiter Waisenrente?

Die Zeit des Studiums als Gasthörer an einer Fach- oder Hochschule ist klar Schulausbildung. Allerdings muss der zeitliche Aufwand wöchentlich bei mehr als 20 Stunden liegen. Zudem muss das Studium nach der Anzahl der belegten und besuchten Vorlesungen dem üblichen Studium eines ordentlich Immatrikulierten entsprechen.

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Gilt ein Meistervorbereitungskurs als Ausbildung?

Ein Meistervorbereitungskurs ist Berufsausbildung, wenn er einen zeitlichen Aufwand von wöchentlich mehr als 20 Stunden erfordert. Dies gilt sowohl für den Besuch einer Meisterschule in Vollzeitunterricht als auch für die nebenberuflich besuchten Meistervorbereitungskurse. Somit ist die Weiterzahlung der Waisenrente gesichert.

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Erhält man auch während des freiwilligen Wehrdienstes die Waisenrente?

Teilweise. Der freiwillige Wehrdienst besteht aus sechs Monaten Probezeit und bis zu 17 Monaten anschließendem Wehrdienst. Er steht übrigens auch Frauen offen. Während des freiwilligen Wehrdienstes wird keine Waisenrente gezahlt. Dafür verlängert die sechsmonatige Probezeit die Waisenrentenzahlung um die abgeleistete Dienstzeit über das 27. Lebensjahr hinaus, wenn dadurch eine Schul- oder Berufsausbildung unterbrochen oder aufgeschoben wurde.

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Ich bin Referendar – gilt diese Zeit auch als Ausbildung?

Ja. Referendare befinden sich in Berufsausbildung, wenn sie den aufgestellten Ausbildungsplan einhalten.

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Ich mache ein Praktikum. Zählt das bei meiner Waisenrente auch schon als Ausbildung?

Bei Praktikanten liegt eine Ausbildung vor, wenn

  • eine Hochschule im Rahmen eines Studiums konkret ein Praktikum empfiehlt oder wünscht,
  • es ein „Anerkennungspraktikum“ ist. Solche Praktika schließen sich an einen Schul- oder Berufsfachschulbesuch an und sind Voraussetzung für den Erwerb der Fachhochschulreife oder den vollwertigen Abschluss einer Ausbildung.

Die Praktikantenzeiten sind aber nur in dem Umfang Berufsausbildung, in dem sie tatsächlich zwingend vorgeschrieben sind beziehungsweise verlangt, gewünscht oder empfohlen werden. Das Praktikum muss also Ausbildungscharakter haben. Im Zweifelsfall sollte man sich das bestätigen lassen.

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Ich erhalte im Rahmen von „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ eine Weiterbildung – und in dieser Zeit auch Waisenrente?

Mit solchen Leistungen sorgt die Deutsche Rentenversicherung dafür, dass Menschen nach einem Unfall, einer Krankheit oder mit einer Behinderung (wieder) arbeiten können. Die Waisenrente fließt weiter. Der tatsächliche zeitliche Aufwand muss aber wöchentlich mehr als 20 Stunden erfordern.

Das gilt auch für „qualifizierende Maßnahmen“ im Berufsbildungsbereich von Werkstätten für Behinderte und gegebenenfalls für erforderliche Reha-Vorbereitungslehrgänge.

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Unter welchen Voraussetzungen gelten Volkshochschulkurse als Ausbildung?

Hier kommt es darauf an: Wenn der Volkshochschulkurs dazu dient, dass du einen Schulabschluss nachholst, gelten diese Kurse als Schul- oder Berufsausbildung. Du musst aber mindestens 20 Wochenstunden für den Unterricht, die Hausaufgaben und Schulwege nachweisen können.

Kurse, die an ein oder zwei Wochentagen in den Abendstunden besucht werden, sind keine Schul- oder Berufsausbildung. Bei sonstigen Abendkursen an Volkshochschulen ist jeweils zu prüfen, ob der Zeitaufwand für den Unterricht, die Hausaufgaben und die erforderlichen Schulwege mehr als 20 Wochenstunden beträgt.

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Was ist, wenn ich im Ausland eine Ausbildung mache oder studiere?

Grundsätzlich kann die Waisenrente auch beim Besuch einer Schule, Fach- oder Hochschule sowie bei einer Berufsausbildung im Ausland gezahlt werden. Vorausgesetzt, das Studium nimmt deine Zeit und Arbeitskraft überwiegend in Anspruch.

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Meine Schulzeit ist beendet. Ich gehe für ein paar Monate ins Ausland. Erhalte ich weiter Waisenrente?

Kommt darauf an: Absolvierst du deinen Auslandsaufenthalt innerhalb von vier Monaten zwischen Schule und einer weiteren Ausbildung (zum Beispiel Betrieb oder Uni), fließt die Waisenrente weiter. Bleibst du länger, bekommst du keine Waisenrente mehr – mit einer Ausnahme ...

Dein Anspruch auf Waisenrente besteht weiter, wenn du einen Beruf anstrebst, für den du umfassende Kenntnisse der fremden Sprache benötigst, die dir ein Theorieunterricht nicht bietet. Zu solchen Berufen gehören zum Beispiel Dolmetscher, Fremdsprachenlehrer oder Auslandskorrespondenten. Bei einem Auslandaufenthalt von mehr als sechs Monaten ist dabei aber auch ein theoretischer Sprachunterricht erforderlich.

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Zählt auch ein Sprachkurs im Ausland als Ausbildung?

Ja, wenn durch den Sprachkurs deine Zeit und Arbeitskraft überwiegend in Anspruch genommen wird. Hier muss in jedem Einzelfall bestimmt werden, ob die Deutsche Rentenversicherung eine Waisenrente weiterhin zahlen kann. Bei Teilzeit- oder Abendunterricht an einer Sprachschule ist das oft nicht möglich.

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Was ist mit Au-pair und Waisenrente?

Au-pair im Ausland ist zwar keine Ausbildung, muss dich aber nicht die Waisenrente kosten. Denn sobald du für den Erwerb von Sprachkenntnissen nachweisbar 20 Wochenstunden aufwendest, bekommst du weiter Waisenrente.

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Bekomme ich auch bei Arbeitslosigkeit eine Waisenrente?

Die Waisenrente fließt bis zum 18. Lebensjahr. Wer volljährig und arbeitslos ist, erhält keine Waisenrente. Dafür besteht aber in aller Regel ein Anspruch auf Arbeitslosengeld.

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Wie berechnet sich die Waisenrente?

Die Halbwaisenrente beträgt 10 Prozent, die Vollwaisenrente 20 Prozent der Rente, auf die der/die Verstorbene zum Zeitpunkt des Todes Anspruch gehabt hätte oder die er/sie bereits bezogen hat. Zusätzlich gibt es einen Zuschlag, der sich nach einer komplizierten Formel richtet. Zusätzlich können sogenannte Zurechnungszeiten die Waisenrente erhöhen. Jede Waisenrente wird individuell berechnet. Das macht die Deutsche Rentenversicherung (kostenlose Servicerufnummer: 0800 – 1000 4800).

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Wird Einkommen oder zum Beispiel ein Erbe auf die Waisenrente angerechnet?

Nein. Seit Juli 2015 wird kein Einkommen mehr auf die Waisenrente angerechnet, also auch kein Arbeitsverdienst aus Beschäftigungen jeder Art.

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Mehr Informationen

  • Kostenloses Servicetelefon: 0800 – 1000 4800
    Bei Fragen zur Waisenrente kannst du dich an Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung wenden.
  • www.deutsche-rentenversicherung.de
    Broschüre der Deutschen Rentenversicherung zur Waisenrente.

 

#Waisenrente: Stirbt ein Elternteil oder sterben beide Eltern, zahlt die Deutsche Rentenversicherung eine Waisenrente bis zum 18. Lebensjahr. Volljährige erhalten in der Regel eine Waisenrente, wenn sie noch in Ausbildung sind.


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