Rentenblicker - Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Navigation und Suche

Hauptinhalt

Herzensangelegenheit

März 2017 – Zuerst die Fakten: Die Ausbildung zur/m Gesundheits- und Krankenpfleger/in dauert mindestens drei Jahre. Erwartet wird mindestens ein mittlerer Schulabschluss, viele haben aber einen höheren Abschluss, weil der Trend in Richtung Professionalisierung geht. Neuerdings ist die Ausbildung auch in Verbindung mit einem Studiengang möglich. Die Zukunftsaussichten sind gut bis sehr gut, ausgebildete Gesundheits- und Krankenpfleger/innen werden gesucht.

Weil wir mehr wissen wollen, haben wir mit Jessica (25) gesprochen. Sie hat die Ausbildung schon hinter sich und arbeitet in der Knappschaftsklinik Bad Driburg (NRW).

Deine Klinik gehört der Knappschaft-Bahn-See – also zur gesetzlichen Rentenversicherung. Nur Rentner um dich rum?

Überhaupt nicht: Auch mein Arbeitsteam ist sehr jung. Wir sind eine kardiologische Klinik. Zu uns kommen Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, also zum Beispiel nach einem Herzinfarkt. Viele sind noch berufstätig.

Wie bist du auf die Idee gekommen, die Ausbildung zu machen?

Meine Mutter arbeitet auch in einer Reha-Klinik. Und ich war schon immer an naturwissenschaftlichen und medizinischen Themen interessiert. Zudem bin ich sozial eingestellt. Ich finde es schön, Menschen zu helfen, sie zu betreuen und zu beraten.

Hast du ein Helfer-Syndrom?

(lacht) Nein, so würde ich es nicht nennen, aber der Kontakt zu Menschen ist mir wichtig. Mein Job ist eine sinnvolle Arbeit, die auch motiviert.

Aber belasten dich die vielen Schicksale nicht auch?

Ja, früher schon. Ich bin sehr empathisch und musste erst mal lernen, meine Gefühle zu filtern. Am besten geht das, indem man für sich persönlich ein gewisses Maß an Nähe und Distanz findet. Aber die schönen Seiten überwiegen.

 

Welche sind das?

Es gibt hier so viele tolle Momente: Menschen mit Herzproblemen haben ja oft einiges hinter sich. Viele sind anfangs überfordert oder verunsichert. Sie sind für unsere Hilfe sehr dankbar. Und so ein positives Feedback macht jeden Menschen glücklich – mich natürlich auch. Außerdem ist kein Tag wie der andere. Die Arbeit ist sehr vielseitig und erfordert immer wieder neue Denkweisen.

Was muss man für den Job mitbringen?

Sicherlich medizinisches Interesse, Freude an der Arbeit mit Menschen, Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und Sensibilität. Aber auch ein bisschen „harte Schale“. Denn Blut und Wunden gehören zum Joballtag.

Und wie ist so eine Reha-Klinik als Arbeitgeber?

Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Die Bezahlung ist sehr gut und wir bekommen viel Wertschätzung. Ein großer Vorteil einer Reha-Klinik ist, dass man – anders als bei vielen Akutkliniken – länger sehen kann, wie es einem Patienten besser geht. Bei uns bleiben die Patienten ja drei Wochen. Dadurch sieht man die Entwicklung eines Patienten. Viele sind am Anfang emotional noch labil, wissen nicht, was in der Reha auf sie zukommt. Im Laufe der Zeit geht die Unsicherheit zurück und man erkennt, dass die Menschen wieder viel positiver eingestellt sind.

 

Und dennoch arbeitest du nicht in Vollzeit in der Knappschaftsklinik?

Ja, weil ich gerade meinen „Master of Public Health“ mache. Das ist ein neuerer Studiengang. Da geht es zum Beispiel um Gesundheits- und Pflegemanagement, Kommunikation oder Telemedizin. Generell gibt es viele Aufstiegschancen nach der Ausbildung – sei es als Studiengang oder als Weiterbildung. Ich arbeite aber immer noch stundenweise in Bad Driburg. In der Klinik kann ich die Theorie in die Praxis umsetzen. Ich will unbedingt in Kontakt mit meinem Team, den Patienten und der Arbeit bleiben.

 

#Gesundheits- und Krankenpfleger/in: Mindestens dreijährige Ausbildung in Kliniken.

 

#Reha-Klinik #Knappschaft-Bahn-See #Patienten

 

 

Weiterführende Informationen