Rentenblicker - Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

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Klein aber oho!

August 2015 – Wenn du als Aushilfe in der Bäckerei um die Ecke arbeitest oder am Wochenende kellnerst, freut das nicht nur dein Sparschwein – du tust gleichzeitig etwas für deine Rentenansprüche.

Aber mal langsam: Wie funktioniert das genau? Als Aushilfe gehst du in der Regel einer sogenannten „geringfügig entlohnten Beschäftigung“ nach – kurz: einem Minijob. Im Gegensatz zum Ferienjob, der von Anfang an auf maximal drei Monate oder 70 Arbeitstage begrenzt sein muss, ist der Minijob nicht befristet.

Der Durchschnitt macht´s

Einen Minijob hast du immer dann, wenn du über einen nicht von vornherein befristeten Zeitraum monatlich nicht mehr als 450 Euro verdienst. Dieser Wert gilt nicht für den einzelnen Monat – sondern als Durchschnitt auf das Jahr gerechnet. Das ist wichtig zu wissen, falls dein Arbeitgeber dir zum Beispiel Weihnachts- oder Urlaubsgeld zahlt oder du mal mehr und mal weniger als 450 Euro im Monat verdienst.

Wie der Ausdruck „geringfügig entlohnt“ schon andeutet, gelten bei einem Minijob etwas andere Regeln als bei normalen Jobs. Wie auch bei normalen Jobs werden aber Rentenbeiträge fällig. Hier gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen gewerblichen Minijobs und Beschäftigungen in Privathaushalten. Der Beitrag, den du zahlen musst, beträgt 3,7 Prozent des Einkommens bei einem gewerblichen Minijob, beispielsweise in der Gastronomie oder im Supermarkt. Dein Arbeitgeber übernimmt den deutlich größeren Anteil des Rentenbeitrags: nämlich 15 Prozent deines Einkommens. Wenn du in einem Privathaushalt zum Beispiel als Babysitter beschäftigt bist, bezahlt dein Arbeitgeber 5 Prozent und du 13,7 Prozent. Das musst du bei deinen Gehaltsverhandlungen berücksichtigen.

Beispiel gewerblicher Minijob: Angenommen du verdienst beim Kellnern 350 Euro. Dann zahlst du 3,7 Prozent an Rentenversicherungsbeiträgen ein, das sind 12,95 Euro. Dein Arbeitgeber zahlt 15 Prozent, also 52,50 Euro.

Beispiel Minijob im Privathaushalt: Wenn du als Babysitter ein Gehalt von 200 Euro erhältst, zahlst du 13,7 Prozent an Rentenversicherungsbeiträgen ein, das sind 27,40 Euro. Dein Arbeitgeber schießt 10 Euro dazu, also fünf Prozent.

Volle Leistung für dich

Jetzt wirst du dich vielleicht fragen, ob es sich nicht lohnt, schwarz zu arbeiten und die Beiträge zu sparen. Bloß nicht!

  1. Schwarzarbeit ist verboten, du riskierst Strafen.
  2. Wenn dir beim Arbeiten oder auf dem Weg zum oder von der Arbeit etwas passiert, bist du nicht über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert.
  3. Du hast keine Arbeitnehmerrechte.

Außerdem wirkt sich die Zahlung der Beiträge positiv auf deine Rente und Altersvorsorge aus: Die Beiträge werden nämlich für deine spätere Rente angerechnet. Zudem erhältst du ab sofort das volle Leistungspaket der Deutschen Rentenversicherung. Das heißt beispielsweise, dass du Anrecht auf eine Reha- Leistung oder eine Erwerbsminderungsrente hast, falls du krank wirst oder einen Unfall hast. Außerdem: Wer Beiträge in die Rentenversicherung einzahlt, bekommt auch die staatliche Förderung für die Riester-Rente.

Es gibt zwar auch die Möglichkeit, sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen. Das solltest du dir aber gut überlegen – denn ein Anrecht auf Reha- Leistungen, Erwerbsminderungsrente und Riester-Förderung hast du dann nicht.



#Minijob: Auch bei einem Minijob zahlst du kleine Rentenbeiträge. Die garantieren dir das volle Leistungspaket der Deutschen Rentenversicherung.

#Jobben #Arbeitgeber #Rentenbeitrag

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