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Mit Babybauch im Job

Du bist schwanger und gleichzeitig noch in der Ausbildung? Keine Panik! Wir beantworten dir alle wichtigen Fragen zu deiner neuen Lebenssituation.

Mai 2016 – Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen ist nie leicht. Wenn du in der Ausbildung schwanger wirst, ist das eine große Herausforderung. Mach dir trotzdem keine Sorgen! Als werdende Mutter bist du gesetzlich besonders geschützt. Hier gibt´s die Antworten zu allen wichtigen Fragen:

Ich bin auf der Suche nach einer Ausbildung und schwanger. Muss ich das beim Vorstellungsgespräch erzählen?

Nein. Von dir aus sowieso nicht – und auch wenn du gefragt wirst, darfst du lügen. Die Frage ist bei einem Vorstellungsgespräch nämlich gar nicht erlaubt. Dein Chef kann deinen Ausbildungsvertrag im Nachhinein also nicht für ungültig erklären.

Und wenn ich während der Ausbildung schwanger werde?

Du bist nicht verpflichtet, deinen Chef über die Schwangerschaft zu informieren. Dennoch ist es sinnvoll – denn nur so kann das Unternehmen die Schutzvorschriften einhalten, die ab jetzt für dich gelten. Du kannst dich dazu jederzeit vertrauensvoll an den Betriebsarzt oder den Betriebsrat wenden.

Grundsätzlich gilt: Für die Arzttermine bei deinem Gynäkologen bist du freigestellt, ohne dass du die Stunden nacharbeiten musst. Schwere körperliche Arbeiten und Gefahrstoffen wie giftigen Dämpfen darfst du ab jetzt nicht mehr ausgesetzt sein. Im Zweifelsfall wird dir ein neuer Arbeitsplatz zugewiesen oder du wirst freigestellt.

Kann mir während der Schwangerschaft gekündigt werden?

Während der Schwangerschaft und bis nach Ablauf des vierten Monats nach der Geburt darf dir nicht gekündigt werden – auch nicht, wenn du in der Probezeit bist. Solltest du eine Kündigung erhalten und dein Chef weiß noch nichts von der Schwangerschaft, hast du zwei Wochen Zeit, Widerspruch einzulegen. Die Kündigung ist dann nichtig – außer dir wurde wegen einem schweren Vergehen wie Diebstahl gekündigt.

Ändert sich etwas an meinen Arbeitszeiten?

Während der Schwangerschaft und Stillzeit darfst du keine Überstunden oder Nachtschichten machen. Mit Beginn des fünften Schwangerschaftsmonats darfst du nur noch maximal vier Stunden am Tag stehen beziehungsweise Arbeiten ausführen, bei denen du dich stark körperlich bewegst.

Ab wann gilt der offizielle Mutterschutz?

Der Mutterschutz beginnt sechs Wochen vor der Geburt und dauert mindestens acht Wochen danach an. Vor der Geburt kannst du noch solange arbeiten und in die Berufsschule gehen wie du möchtest. Nach der Geburt ist das Arbeiten bis zur entsprechenden Frist verboten – die Berufsschule besuchen und Prüfungen machen darfst du aber grundsätzlich, solange es dir gesundheitlich möglich ist. Deine Urlaubstage kannst du übrigens in das nächste Jahr mitnehmen, sie bleiben dir erhalten.

Wie sieht es mit der Bezahlung aus?

Bis zum Beginn des Mutterschutzes wird dir deine normale Ausbildungsvergütung weitergezahlt. Das gilt auch, wenn du aufgrund des Gesundheitsschutzes deinen Arbeitsplatz im Unternehmen wechseln musst. Auch während des Mutterschutzes erhältst du das gleiche Geld. In dieser Zeit bekommst du Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse und Lohn vom Arbeitgeber.

Und wenn das Kind da ist?

Du solltest du dich frühzeitig mit deinem Ausbilder zusammensetzen und gemeinsam überlegen, wie es mit deiner Ausbildung nach der Geburt weitergeht. Zum einen hast du die Möglichkeit, Elternzeit zu nehmen. Die Ausbildung verlängert sich dann um die in Anspruch genommene Elternzeit, maximal um drei Jahre.

Wenn sich jemand zeitweise nach dem Mutterschutz um dein Kind kümmern kann, gibt es auch die Möglichkeit, deine Ausbildungszeit zu verlängern. Du bleibst also einfach noch etwas länger Vollzeit als Auszubildender im Betrieb.

Du kannst deine Ausbildung aber auch in Teilzeit fortsetzen. Dann wird deine tägliche oder wöchentliche Arbeitszeit verkürzt. 

Wie sieht es mit der Rente aus, wenn ich für mein Kind daheim bleibe?

Der Elternteil, der das Kind die ersten drei Lebensjahre hauptsächlich erzogen hat, tut etwas für seine Rente, auch wenn er keine Rentenbeiträge eingezahlt hat. Für diesen Zeitraum rechnet die Rentenversicherung Kindererziehungszeiten an. Dasbedeutet, dass sich deine Rentenansprüche genauso wie die eines Durchschnittsverdieners erhöhen. Dir geht also nichts an Rente verloren weil du ein Kind erziehst.

 

#Schwangerschaft: Wenn du während der Ausbildung ein Kind bekommst,
bist du im Job besonders geschützt.

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