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Nicht nur die Liebe zählt

November 2014 - Wenn die Hochzeitsglocken läuten, ändert sich bei der Altersvorsorge wenig. Und wenn sich was ändert, dann nur positiv. Voraussetzung: ihr heiratet standesamtlich. Lebt ihr unverheiratet zusammen, gelten folgende Infos nicht.

Das sollten frisch Verheiratete wissen:

Namensänderung: Wenn zwei sich trauen, muss in Deutschland niemand mehr seinen Namen ändern. Falls man es aber doch tut, muss derjenige, dessen Namen sich ändert, dies auch der Rentenversicherung mitteilen. Wenn du beschäftigt bist, regelt das schon dein Arbeitgeber.

Rentenansprüche: Bei den Rentenbeiträgen und den Ansprüchen, die du erwirbst, ändert sich in der Regel gar nichts durch eine Heirat. Mit einer Ausnahme: Hat dein Ehepartner ein Kind unter drei Jahren, kannst du auch Rentenansprüche erwerben. In bestimmten Fällen wirkt sich die Kindererziehung auch bis zum zehnten Lebensjahr des Kindes positiv für die Rente aus. Voraussetzung: Du übernimmst dessen Betreuung. Falls das für euch in Frage kommt, solltet ihr euch bei der Deutschen Rentenversicherung beraten lassen (kostenlose Servicerufnummer: 0800/1000 4800). Wichtig sind dabei die Stichworte "Kindererziehungszeit" und "Kinderberücksichtigungszeit".

Riester-Rente: Auch hier ändert sich durch die Eheschließung in der Regel nichts. Mit wiederum einer Ausnahme: Solltest du oder dein Partner kein Recht auf die Riester-Förderung haben, dann öffnet jetzt die Ehe das Tor für staatliche Zulagen. Voraussetzungen: Einer von euch hat einen Riester-Vertrag inklusive Anspruch auf staatliche Förderung und beide zahlen mindestens 60 Euro pro Jahr in ihren jeweiligen Vertrag ein. Interessant ist diese „abgeleitete Förderung“ vor allem für Hausfrauen oder –männer sowie Selbstständige, die bislang kein Recht auf Förderung hatten.

So richtig wichtig wird die Eheschließung übrigens erst in Krisen – also wenn ihr euch scheiden lasst oder einer von euch stirbt.

Scheidung:  Jetzt ist Teilen angesagt. Das betrifft auch die erworbenen Rentenansprüche. Was in der Ehezeit an Ansprüchen hinzugekommen ist, wird geteilt. Das nennt man „Versorgungsausgleich“.

Beispiel: Du hast bei der gesetzlichen Rente während der Ehezeit zehn so genannte Entgeltpunkte hinzubekommen und dein Ehepartner 20. Macht zusammen 30 Entgeltpunkte. Geteilt durch zwei ergibt das 15. Das bedeutet: Du bekommst fünf Punkte dazu und dein Partner muss fünf Punkte abgeben – so habt Ihr beide 15 Punkte. Jeder Entgeltpunkt bedeutet mehr Rente. Das bringt dir nach den aktuellen Werten ein Rentenplus von 132 Euro beziehungsweise 143 Euro (Ost/West). Ganz ähnlich wird bei der Riester-Rente oder bei der Betriebsrente verfahren.

Todesfall: Hier ist eine standesamtlich geschlossene Ehe und die eingetragene Lebenspartnerschaft von großem Vorteil. Hinterbliebenenrente gibt es nur für Verheiratete und Partner aus einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Voraussetzung ist dabei in der Regel, dass die Ehe mindestens ein Jahr gedauert hat.

Übrigens:  Alles, was du hier über die Ehe gelesen hast, gilt auch für gleichgeschlechtliche Partnerschaften („Homo-Ehen“).

 

# Durch eine Hochzeit oder eingetragenen Lebenspartnerschaft sind Partner bei der Altersvorsorge, nach einer Scheidung und im Todesfall partnerschaftlich abgesichert.

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