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Ordnung im Riester-Dschungel

 

Februar 2015 – Du bestellst ein Eis und bekommst die Sahne gratis obendrauf. Tolle Sache? So ähnlich funktioniert die Riester-Rente, aber da geht’s ums Geld. Wenn du als Azubi oder Berufseinsteiger fürs Alter vorsorgst und jeden Monat eine kleine Summe auf die Seite legst, belohnt dich der Staat dafür. Die Riester-Rente ist staatlich gefördert, der Staat zahlt bis zu 154 Euro im Jahr in deinen Vertrag ein, wenn du vier Prozent deines letzten Bruttogehalts oder mindestens 60 Euro einzahlst. Aber es gibt viele verschiedene Produkte der Riester-Rente, den Überblick zu behalten ist nicht ganz leicht. Wir erklären, welches Produkt für wen geeignet ist und warum.

 

Riester-Banksparplan – der Seltene:

Hier zahlst du jeden Monat einen Betrag auf ein Konto ein und bekommst dafür Zinsen. Wie hoch die sind, ist unterschiedlich – und die Zinshöhe kann schwanken, je nachdem wie die Vergleichszinsen auf dem Markt sind. Und zurzeit sind sie sehr niedrig.

Vorteile:

  • keine Abschlusskosten und kaum Verwaltungsgebühren. Das Geld, das du einzahlst, geht also direkt auf das Konto.
  • Flexibel: Wenn deine Riester-Rente irgendwann in Wohn-Riester oder in einen Fondsparplan umwandeln willst, kannst du das anders als bei anderen Produkten meist problemlos ohne hohen Kostenaufwand machen. Das Recht, einen Vertrag ruhend – also beitragsfrei – zu stellen, muss allerdings jedes Riester-Produkt bieten.

Nachteile:

  • Nicht alle Banken bieten diese Sparpläne an.
  • Die Rendite ist bei anderen Produkten oft besser (aber das Risiko, Geld zu verlieren, ist auch höher).

Für wen geeignet?

Banksparpläne sind für Leute geeignet, die gar kein Risiko eingehen wollen. Und die jetzt noch nicht wissen, ob sie vielleicht ein Haus oder eine Wohnung finanzieren wollen.

 

Riester-Fondsparplan – der Hektische:

Hier schließt du zum Beispiel über deine Bank einen Fondsparplan ab: Das Geld, das du monatlich einzahlst, geht zusammen mit der Zulage in einen Fonds (zum Beispiel einen Aktien-, Renten-, Immobilien- oder Geldmarktfonds). Das Geld wird von der Fondgesellschaft in Immobilien oder in Aktien investiert, die Wert- und Kursschwankungen unterworfen sind. Das heißt, dass oft nicht genau vorhersagbar ist, wie viel Gewinn diese Fonds machen.

Vorteile:

  • höhere Renditemöglichkeiten, vor allem, wenn man lange anlegen

Nachteile:

  • Kursschwankungen
  • hohes Risiko

Für wen geeignet:

Riester-Fondsparpläne sind vor allem für junge Sparer geeignet, die noch lange Zeit haben bis zur Rente. Denn wenn der Vertrag lange läuft, können Kursschwankungen am Markt am besten ausgeglichen werden.

 

Riester-Rentenversicherung – der Klassiker:

Hier schließt du eine Versicherung ab. Für dein Geld bekommst du feste Zinsen, den Garantiezins. Deshalb weißt du beim Abschluss der Versicherung auch schon, wie viel Rente du später mal monatlich bekommst. Zusätzlich wirst du am Gewinn des Versicherungsunternehmens beteiligt. Wie hoch diese Überschussbeteiligung ausfällt, kann von Jahr zu Jahr unterschiedlich sein. Der Garantiezins ist zurzeit mit 1,25 Prozent sehr niedrig. Und er wird auch nicht auf die volle Sparsumme angerechnet, sondern nur auf die Sparrate abzüglich der Kosten.

Vorteile:

  • feste Rente ist garantiert
  • viele verschiedene Anbieter, oft mit Ansprechpartner vor Ort

Nachteile:

  • Ein Teil deines Geldes fließt erstmal in Abschluss- und Verwaltungskosten.
  • Die Rentenversicherung ist die unflexibelste Riester-Art.

Für wen geeignet:

Der Klassiker eignet sich am besten für Sparer mittleren Alters, die vor allem auf Nummer sicher gehen wollen.

 

Wohn-Riester:

Über Wohn-Riester kannst du die monatlichen Raten und die Zulage vom Staat in eine Immobilie stecken, also in ein eigenes Haus oder eine Wohnung, in der du selbst wohnen willst. Das geht über einen Bausparvertrag oder über ein Immobiliendarlehen. Der Deal: Der Staat hilft dir bei der Immobilienfinanzierung, damit du später keine Miete zahlen musst – und mehr von deiner Rente zum Leben hast.

Vorteile:

  • Durch die Zulage lassen sich Kredite schneller tilgen.

Nachteile:

  • unflexibel. Du musst die Immobilie selbst nutzen und einiges beachten, wenn du sie irgendwann mal verkaufen willst.
  • Einige Experten raten davon ab, Altersvorsorge und Immobilienfinanzierung zu vermischen. Ihre Begründung: Wenn man im Alter dringend Geld braucht, muss man die Immobilie verkaufen.
  • Wenn du die Immobile irgendwann verkaufst, musst du das darin gebundene Riester-Kapital sofort versteuern.
  • Weil die Zinsen derzeit so niedrig sind, ist die Rendite beim Bausparen zurzeit nicht besonders hoch.

Für wen geeignet:

Wohn-Riester ist etwas für Leute, die schon im Wohneigentum leben und noch Restraten zu zahlen haben. Und für solche, die beabsichtigen sich eine Wohnung oder ein Haus zuzulegen.

Tipp

In allen vier verschiedenen Kategorien gibt es viele unterschiedliche Anbieter. Die Stiftung Warentest vergleicht sie regelmäßig und gibt dann Tipps, welches Produkt das beste ist – auf www.test.de/riester

Wie du dir als Berufseinsteiger zusätzlich 200 Euro sichern kannst, erfährst du hier.

 

#Gut überlegen: Weil du deinen Riester-Vertrag meist fürs Leben abschließt, solltest du dir vorher genau überlegen, für welches Produkt du dich entscheidest. Zwischendrin zu wechseln, geht – wenn überhaupt – meist nur mit Verlusten.   

#Riester #Banksparplan #Fondsparen

Weiterführende Informationen