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Juni 2019 – Verbände wechseln, den Haushalt schmeißen, Medikamente verwalten, Geschwister betreuen, dem Pflegedienst beim Waschen helfen, sich um die Finanzen kümmern und, und, und. Was es heißt, einen Angehörigen zu pflegen, kann je nach Alter, Erkrankung und Zustand des Kranken und je nach Rahmenbedingungen ganz unterschiedlich sein. Sicher ist aber: Wenn du Angehörige pflegst, dann bedeutet das für dich eine große Verantwortung. Und nicht selten ist so eine Situation sehr belastend. Besonders, wenn du dich allein fühlst und kein Netzwerk aus Freunden, Familie und Nachbarn hast.

Du bist nicht allein

In Deutschland leben Tausende junge Leute, die Eltern, Großeltern oder Geschwister pflegen oder in die Pflege eingebunden sind, weiß Anna-Maria Spittel von der Uni Oldenburg. Sie ist dort wissenschaftliche Mitarbeiterin und forscht zum Thema. Sie schätzt, dass gut fünf Prozent der Minderjährigen Angehörige pflegen. Unter den jungen Erwachsenen dürften es deutlich mehr sein.

Hol dir Hilfe

Typische Folgen einer belastenden Pflege zu Hause können Probleme in der Schule sein, weiß Anna-Maria Spittel. Vielleicht kannst du dich in der Schule oder Ausbildung nicht mehr konzentrieren, weil du die halbe Nacht wach warst, um zu helfen. Vielleicht machst du keine Hausaufgaben mehr, weil du dich nachmittags um deine Angehörige kümmerst. Vielleicht gehst du an manchen Tagen sogar nicht zur Schule, weil du zu Hause gebraucht wirst. „Viele Betroffene treffen sich dann auch seltener mit Freunden oder gehen nicht mehr in den Sportverein“, weiß Anna-Maria Spittel. Das bedeutet auch: Keine Ablenkung mehr und weniger soziale Kontakte: „Das kann Folgen für den Körper und die Psyche haben.“

Klick auf pausentaste.de

Damit es dir nicht so ergeht, gibt es in Deutschland viele Vereine und Initiativen, an die du dich wenden kannst, wenn dir alles über den Kopf zu wachsen droht, wenn du einfach ein offenes Ohr oder eine kleine Auszeit brauchst. Die Internetplattform pausentaste.de bündelt diese Angebote und hilft dir, wenn du eine Pause brauchst.

Hilfe bieten unter anderem auch diese Initiativen:

  • www.echt-unersetzlich.de ist ein Beratungsangebot für Jugendliche und junge Erwachsene mit Pflegeverantwortung (13 bis  25 Jahre).
  • Das Kinder- und Jugendtelefon der „Nummer gegen Kummer“ hat Experten zum Thema Pflegeverantwortung in der Leitung – unter 116 111 (montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr bundesweit, anonym und kostenlos vom Handy und Festnetz).
  • An die Initiative www.pink-kids.de kannst du dich wenden, wenn deine Mutter Brustkrebs hat.
  • Der Verein Flüsterpost (kinder-krebskranker-eltern.de) ist ebenfalls für Kinder krebskranker Eltern da.
  • Die www.stiftung-familienbande.de/angebots-suche.html organisiert Ausflüge oder Klettertouren für dich.
  • Der www.notmuetterdienst.de kann dich im Alltag – vor allem im Haushalt – entlasten.
  • Außerdem gibt es unter www.pausentaste.de/einrichtungen/ eine Suche, mit der du Ansprechpartner in deiner Nähe findest.

Auch die Rentenversicherung hilft

Menschen, die Angehörige pflegen, reduzieren dafür vielleicht ihre Arbeitszeit, unterbrechen ihre Ausbildung oder brauchen im Studium länger. Damit sich das später nicht negativ auf die eigene Rente auswirkt, zahlt die Pflegekasse des oder der Pflegebedürftigen unter Umständen Rentenbeiträge für dich auf dein Rentenkonto. Dafür musst du aber mindestens 15 Jahre alt sein.

Frag dazu am besten direkt bei der Pflegekasse deines Angehörigen nach.

 

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