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Fuchs dank Formel

Wetten, du kannst die Rente deiner Eltern, Freunde und einige deiner Lehrer berechnen?

März 2016 – In Mathe schlecht, keine Ahnung vom Rentensystem und dennoch willst du grob wissen, was andere an Rente erwarten können? Beeindrucke sie mit unseren schnellen fünf Schritten und der Rentenformel:

1: System verstehen

Punkte sammeln kennst du im Supermarkt bei Rabattaktionen, bei Online-Spielen oder beim Sport. Das Prinzip ist überall gleich: Man leistet etwas und kriegt dann etwas dafür. So ist das auch bei der gesetzlichen Rentenversicherung. Erst wird gearbeitet, dann gibt es eine Rente.

2: Punkte ausrechnen

Die meisten Deutschen arbeiten sozialversicherungspflichtig: Das bedeutet, dass sie einen Teil ihres Einkommens zum Beispiel an die Krankenkasse oder an die Rentenversicherung zahlen. Den Teil für die Rentenkasse nennt man „Rentenversicherungsbeitrag“. Die Hälfte des Beitrags zahlt man selbst, die andere der Arbeitgeber. Die Summe landet bei der Deutschen Rentenversicherung, die das Geld in Punkte umrechnet – Entgeltpunkte genannt.

Dabei wird das Arbeitseinkommen jedes Jahr ins Verhältnis zum jeweiligen Durchschnittseinkommen gesetzt. Verdient man genau das Durchschnittseinkommen, erhält man einen Entgeltpunkt. Hat man mehr verdient, bekommt man mehr als einen Entgeltpunkt auf dem Rentenkonto gutgeschrieben. Lief es unterdurchschnittlich, landet auf dem Rentenkonto weniger als ein Punkt. Der vorläufige Durchschnittsverdienst für das Jahr 2016 beträgt 36.267 Euro. „Vorläufig“ deswegen, weil man ja erst nächstes Jahr genau weiß, wie hoch das Durchschnittseinkommen wirklich war.

Für deine grobe Berechnung der Entgeltpunkte kannst du als Basis den Durchschnitt der durchschnittlichen Bruttoarbeitsentgelte der letzten 15 Jahre wählen: den Wert 31.472 Euro.

3: Alter berücksichtigen

Jetzt kann es natürlich sein, dass man früher oder später in Rente geht. Wer nicht bis zum 67. Lebensjahr arbeitet, muss Abschläge in Kauf nehmen – und bekommt weniger Rente. Wer länger arbeitet, bekommt Aufschläge, also mehr Rente. Auch diese Umstände werden über einen Faktor berücksichtigt – den Zugangsfaktor. Er beträgt 1, wenn man ganz normal in Rente geht. Das machen die meisten Menschen.

4: Rentenart berücksichtigen

Die Deutsche Rentenversicherung gewährt verschiedene Renten: Die Erwerbsminderungsrente, wenn man nicht mehr arbeiten kann, Witwenrente, Waisenrente und eben auch den „Klassiker“ Altersrente. Letztere hat den Rentenartfaktor 1.

5: Rentenwert berücksichtigen

Der aktuelle Rentenwert beträgt zurzeit 29,21 Euro in den alten Bundesländern. Dieser Wert ist der Betrag, den man später pro Entgeltpunkt monatlich an Rente erhält. In den neuen Bundesländern berechnet man die Rente derzeit noch etwas anders. Jetzt hast du alle Angaben für deine Rentenberechnung zusammen.

Als Formel sieht das so aus:

Rentenformel
Rente  =  Entgeltpunkte   x   Zugangsfaktor   x  Rentenartfaktor   x   aktueller Rentenwert

Beispiel

Dein Vater will in Rente. Er ist Westdeutscher.

  • Die ersten fünf Jahre hat er 28.000 Euro verdient. In Entgeltpunkten nach aktuellem Rentenwert erhält er dafür 4,45 Entgeltpunkte (28.000 Euro : 31.472 Euro Durchschnittsentgelt x 5).
  • Die nächsten 30 Jahre verdient er genauso viel wie der Durchschnitt und bekommt dafür 30 Entgeltpunkte.
  • Die letzten sieben Jahre verdient er 35.000 Euro und erhält so 7,78 Entgeltpunkte (35.000 Euro : 31.472 Euro x 7).
  • Jetzt werden die Entgeltpunkte addiert und mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert: 4,45 + 30 + 7,78 = 42,23 Entgeltpunkte x 29,21 Euro = 1.233,54 Euro. Da dein Vater eine Altersrente will und diese weder früher noch später beantragt, betragen Rentenzugangsfaktor und Rentenartfaktor jeweils 1,0. Es bleibt also bei der Rente von 1.233,54 Euro.

Hinweis: Unsere Formel funktioniert bei Lehrern nur, wenn sie keine Beamten sind. Zudem sollen unsere fünf Schritte lediglich zeigen, wie eine Rente grundsätzlich berechnet wird. Die Realität ist natürlich komplizierter, weil man ja für jedes Jahr das persönliche Einkommen mit dem jeweiligen Durchschnittseinkommen ins Verhältnis setzen muss. Aber für eine ganz grobe Berechnung reichen die Angaben. Und außerdem musst ja nicht du eine Rente für deine Eltern und Freunde berechnen, sondern die Experten von der Deutschen Rentenversicherung – und die rechnen ganz genau.

 

#Rentenformel: Die Rentenformel ist die Grundlage zur Berechnung von Renten.

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