Rentenblicker - Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

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Sammelleidenschaft – alles fürs Rentenkonto

Juli 2018 – Du bist gerade beim Bundesfreiwilligendienst, danach machst du eine Ausbildung oder beginnst ein Studium. Oder du gehst gerade nicht arbeiten, weil du dich um dein Kind kümmerst.

Die Rente – noch weit weg.

Oder doch nicht? Tatsächlich wirken sich die verschiedenen Lebensphasen durchaus auf deine spätere Rente aus.

Lebensphase Zählt das für die Rente? Auswirkungen auf die Rentenhöhe? Anmerkungen
Schulzeit X bis zu 8 Jahre ab deinem 17. Lebensjahr
Ausbildungsplatzsuche X dafür bei der Agentur für Arbeit unbedingt „Ausbildungsplatz suchend“ melden"
Ausbildung X X  
Studium X bis zu 8 Jahre ab deinem 17. Lebensjahr
Minijob X X Nur, wenn du Rentenbeiträge zahlst
Ferienjob Außer, wenn du Sozialbeiträge zahlst
Rumreisen im Ausland Hier können sich freiwillige Beiträge lohnen
Arbeiten im Ausland X X Wenn du Sozialbeiträge zahlst und Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen mit dem Land hat
Praktikum X (X) Einfluss auf Rentenhöhe nur, wenn du Rentenbeiträge zahlst
Freiwilligendienste X X  
Kindererziehung X X Die ersten 3 Jahre nach Geburt haben Einfluss auf Rentenhöhe, 10 Jahre zählen für die Rente
Pflege von Angehörigen X X  
Arbeitslosigkeit X X Bei Arbeitslosengeld I. Bei Hartz IV wird nur die Zeit auf dem Konto angerechnet
Krankheit X X Solange die Krankenkasse Krankengeld zahlt

Wichtige Begriffe vorab

Wartezeit:
Das ist die erforderliche Mindestversicherungszeit für eine Leistung der Deutschen Rentenversicherung. Um sie in Anspruch nehmen zu können, musst du eine bestimmte Anzahl an Jahren auf deinem Rentenkonto sammeln. Zu den Leistungen gehören neben der Rente zum Beispiel die Möglichkeit eines vorgezogenen Rentenbeginns, Reha-Maßnahmen oder eine Erwerbsminderungsrente. Für die Wartezeiten zählen Beitragszeiten, beitragsfreie Anrechnungszeiten und Berücksichtigungszeiten. Deshalb solltest du darauf achten, keine Monate zu verlieren oder zu vergessen. Denn nicht alles wird automatisch der Rentenversicherung gemeldet.

Beitragszeit:
Zeit, in der du von deinem Lohn Pflichtbeiträge in die Rentenversicherung einzahlst. Auch Kindererziehung oder die Pflege deiner Eltern können dazu zählen. Die Beitragszeiten haben zusammen mit der Höhe deiner Rentenbeiträge den größten Einfluss darauf, wie viel Rente du später bekommst.

Anrechnungszeit:
Anrechnungszeiten sind Zeiten, in denen zwar keine Beiträge gezahlt wurden, die aber anerkannt werden, wenn es um den Rentenbeginn und andere Leistungen der Rentenversicherung geht.

Berücksichtigungszeit:
Die Berücksichtigungszeit ist die Zeit der Kindererziehung bis zum vollendeten 10. Lebensjahr deines Kindes. Auch diese Zeit ist wertvoll, weil sie Lücken auf deinem Rentenkonto schließt.


Schulzeiten

Zeiten der schulischen Ausbildung sind Anrechnungszeiten. Du kannst dir die Zeit deines Schul- oder Fachschulbesuchs ab dem 17. Lebensjahr als Anrechnungszeit anerkennen lassen. Lass dir die Zeiten nach dem Abschluss von deiner Schule bescheinigen und reiche das bei der Deutschen Rentenversicherung ein. Die Zeiten werden der Rentenversicherung nicht automatisch gemeldet. Sie fließen nur in dein Rentenkonto, wenn du sie beantragst und belegen kannst.

Eine Kopie der Schulzeitbescheinigung sowie dein Abschlusszeugnis solltest du unbedingt aufheben, falls es später Rückfragen gibt. Übrigens: Auch wenn du keinen Abschluss machst, kannst du dir die Zeit anerkennen lassen.

Bis zu acht Jahre der schulischen Ausbildung (inklusive Studium) kannst du dir auf dem Rentenkonto anrechnen lassen.

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Ausbildungsplatzsuche

Die Suche nach einem Ausbildungsplatz bzw. die Lücke zwischen Schulabschluss und Ausbildungsbeginn zählt zwischen dem 17. und 25. Lebensjahr als Anrechnungszeit für dein Rentenkonto. Wichtig: Dafür musst du dich unbedingt bei der Arbeitsagentur als „Ausbildungsplatz suchend“ melden.

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Berufsausbildung

Wenn du eine Berufsausbildung machst, bist du ein Arbeitnehmer und bekommst Bruttogehalt. Davon zahlst du Steuern und Sozialabgaben – auch Beiträge an die Rentenversicherung. Diese Zeit gilt rentenrechtlich deshalb als Beitragszeit. Verdienst du weniger als 325 Euro, zahlt dein Arbeitgeber die Rentenbeiträge für dich allein. Als Beitragszeit zählt die Rentenversicherung deine Ausbildung dann trotzdem.

Das Tolle außerdem: Bis zu drei Jahre werden dabei höher bewertet. Weil du als Azubi wenig verdienst, tut die Rentenversicherung drei Jahre lang so, als hättest du 75 Prozent vom Durchschnittseinkommen aller Versicherten verdient.

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Studium

Auch wenn du dich für ein Studium statt einer Ausbildung entscheidest, geht dir diese Zeit nicht für deine Rente verloren. Einfluss auf die Höhe deiner Rente hat das Studium aber nur indirekt. Hauptpunkt hier: Die Zeit wird dir wie auch die Schulzeit als Anrechnungszeit anerkannt. Die so hinzugewonnenen Monate auf dem Rentenkonto können dir helfen, später bestimmte Leistungen der Deutschen Rentenversicherung in Anspruch zu nehmen. Durch die Anerkennung der Studienzeit kannst du also eventuell schon vor deiner Regelaltersgrenze in Rente gehen.

Wichtig: Abschlusszeugnis und Studienbescheinigungen aufbewahren! Übrigens: Auch wenn du keinen Abschluss machst, kannst du dir die Zeit anerkennen lassen.

Urlaubssemester zählen nicht. Auslandssemester wiederum werden dir angerechnet, egal wo du studierst. Eine Anrechnung fällt in den Rahmen der maximal anrechenbaren acht Jahre. Arbeitest du in der Studienzeit in einem sozialversicherungspflichtigen Job, zahlst du von deinem Gehalt Rentenbeiträge.

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450-Euro-Job

Wer seit 2013 einem Minijob nachgeht, zahlt zunächst automatisch Sozialversicherungsbeiträge – und damit auch in die Rentenkasse ein. Diese Beiträge sind zwar sehr niedrig. Aber wenn du selbst Rentenbeiträge zahlst, zählt der Minijob als vollwertige Beitragszeit – und steigert später deine Rente. Und du sicherst dir wichtige Wartezeiten auf dem Rentenkonto – und damit relevante Zeiten für verschiedene Leistungen der Rentenversicherung.

Auch ohne eigene Rentenbeiträge zählt der Minijob für deine Rente – wenn auch eingeschränkt – weil dein Arbeitgeber Beiträge zahlt.

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Arbeiten in den Ferien

Wenn du dir mit dem Jobben in den Schul- oder Semesterferien dein Taschengeld aufbesserst, zählt das in der Regel nicht für die Rente. Denn ein typischer Ferienjob ist nur kurzfristig und dauert nicht länger als drei Monate bzw. 70 Tage im Jahr. Du zahlst keine Sozialversicherungsbeiträge, egal wie viel du verdienst.

Und das heißt dann auch: Diese Zeiten zählen nicht für deine Rente. Achtung: Beim genannten Arbeitszeitumfang werden alle Ferienjobs im Jahr zusammengezählt!

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Rumreisen im Ausland

Ein längerer Urlaub im Ausland oder die immer beliebtere einjährige Weltreise nach dem Schulabschluss zählen nicht für deine Rente. Um eine Lücke im Rentenkonto zu vermeiden, kannst du aber freiwillige Beiträge in die Rentenkasse einzahlen. Derzeit wären das mindestens 83,70 Euro im Monat.

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Arbeiten im Ausland

Etwas von der Welt sehen und gleichzeitig arbeiten. Au-pair-Aufenthalte oder Work&Travel sind beliebte Möglichkeiten, die viele Jugendliche wahrnehmen. Verbindest du deinen Aufenthalt im Ausland mit Arbeit, kann das für deine Rente zählen. Entscheidend sind die Art des Arbeitsverhältnisses und das Land. Durch die soziale Vernetzung mit den Staaten der Europäischen Union und weiteren Ländern zählen dort eingezahlte Beiträge auch für deine Rente in Deutschland. Bei einem Au-pair-Aufenthalt ist das aber meist nicht der Fall, da der Arbeitgeber hier meist keine Sozialbeiträge zahlt.

Wichtig: Informiere dich vorab, ob dein Arbeitgeber für dich Beiträge zahlt und ob mit dem Land ein Abkommen besteht.

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Praktikum

Ein Praktikum kann unter bestimmten Voraussetzungen für deine Rente zählen. Handelt es sich um ein Pflichtpraktikum im Studium oder auch innerhalb der Ausbildung, werden dir die Zeiten als Schulzeiten oder Ausbildungszeiten angerechnet.

Machst du das Praktikum aber freiwillig – etwa um in einen Beruf reinzuschnuppern – kommt es darauf an: Bekommst du während dieser Zeit ein Gehalt, könnte es sozialversicherungspflichtig sein. Durch die Rentenbeiträge wird dir diese Zeit dann als Beitragszeit auf deinem Rentenkonto gutgeschrieben.

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Freiwilligendienste

Egal ob Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr, ob freiwilliger Wehrdienst oder Bundesfreiwilligendienst – diese Zeiten zählen! Sie werden dir als Wartezeit anerkannt. Der Träger der Einrichtung, in der du den Dienst absolvierst, zahlt für dich Rentenversicherungsbeiträge. Du selbst musst keine zahlen, auch wenn du ein Taschengeld oder Wehrsold (Bundeswehr) bekommst. Die Höhe des Tageschengeldes wirkt sich aber auf die Höhe des Rentenanspruchs für diese Zeit aus.

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Kinder kriegen und erziehen

Wer ein Kind erzieht, muss in Sachen Ausbildung, Studium oder Job oft kürzer treten. Damit das nicht zum Nachteil wird, hat der Staat vorgesorgt: Die ersten drei Jahre nach der Geburt gelten als sogenannte Kindererziehungszeit. Der Staat zahlt für dich Rentenversicherungsbeiträge, während du dich um dein Kind kümmerst.

Und das war es noch nicht: Die ersten zehn Lebensjahre des Kindes fließen auch als Kinderberücksichtigungszeit auf dein Rentenkonto ein. Wenn es später darum geht, genügend Monate für eine Altersrente zusammenzukriegen, zählt diese Zeit mit.

Übrigens: Auch der Mutterschutz sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen danach zählt als Anrechnungszeit für die Rente.

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Pflege von Angehörigen

Wenn du deine pflegebedürftigen Eltern, Angehörigen oder Bekannten ehrenamtlich pflegst, kann dir das von der Rentenversicherung anerkannt werden. Die Pflegeversicherung zahlt dann für dich Rentenbeiträge auf dein Rentenkonto und die Rentenversicherung wertet die Pflegezeit als Beitragszeit für die Rente. Sie wird außerdem auf dem Versicherungskonto angerechnet und kann so dazu beitragen, die Mindestwartezeit für verschiedene Altersrenten zu erfüllen.

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Ohne Job: Zeiten der Arbeitslosigkeit

Auch wenn du einmal keinen Job hast, gehen die Zeiten für deine Rente nicht unter. Aber du musst unterscheiden: Wirst du arbeitslos und bekommst Arbeitslosengeld I, zahlt die Arbeitsagentur Rentenbeiträge für dich. Diese werden für deine spätere Rente angerechnet. Bekommst du Arbeitslosengeld II (Hartz IV), wird dir die Zeit angerechnet, aber es fließen keine Beiträge aufs Rentenkonto. Das gilt auch, wenn du deinen Job verlierst und auf keines von beiden Anspruch hast.

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Krankheit

Eine längere Krankheit kann einen ganz schön aus der Bahn werfen. Um die Rente brauchst du dir dabei aber keine Sorgen zu machen: Während du Krankengeld von der Krankenkasse bekommst, zahlt die Krankenkasse auch Rentenbeiträge auf dein Rentenkonto. Die Krankengeldzeiten zählen als Pflichtbeitragszeiten.

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