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Sparen mit der Firma

Februar 2019 – Du startest in deine Ausbildung oder deinen ersten Job. Und dann liest du diesen Begriff: Vermögenswirksame Leistungen (VL). Was etwas sperrig klingt, kann für dich eine interessante Sache sein. Denn das bedeutet: Deine Firma schenkt dir Geld, mit dem du Vermögen aufbauen und fürs Alter vorsorgen kannst.

Doppeltes Geldgeschenk

Zunächst: Vermögenswirksame Leistungen sind, sofern nicht im Tarifvertrag geregelt, freiwillige Leistungen deines Arbeitgebers. Je nach Branche kannst du zwischen 6,45 Euro und maximal 40 Euro im Monat bekommen, zusätzlich zu deinem Gehalt. Azubis bekommen in der Regel aber nicht den Höchstbetrag. Wie viel du genau erhältst, steht in deinem Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder in der Betriebsvereinbarung. Frag am besten bei deiner Chefin oder deinem Chef oder in der Personalabteilung nach.

Gibt es im Unternehmen vermögenswirksame Leistungen, stehen sie allen Beschäftigten zu – auch dir als Azubi. Das Geld bekommst du zusätzlich zum Gehalt. Dein Arbeitgeber steckt es für dich in einen Sparvertrag, den du dir vorher ausgesucht und abgeschlossen hast.

Und weil du als Azubi oder Berufsanfänger noch nicht so viel verdienst, greift dir unter bestimmten Voraussetzungen der Staat zusätzlich unter die Arme – mit der Arbeitnehmersparzulage.

Die Arbeitnehmersparzulage

Wenn du nicht mehr als 17.900 Euro im Jahr verdienst, bekommst du bis zu 43 Euro pro Jahr vom Staat. Wenn du einen Fondssparplan abschließt, gibt dir der Staat sogar bis zu 80 Euro dazu – sofern dein Jahreseinkommen unter 20.000 Euro liegt. Wie hoch der Zuschuss genau ausfällt, hängt davon ab, wie viel du einzahlst. Höchstens können das 400 bzw. 470 Euro sein.

Selbst aufstocken?

Je nachdem, was dir dein Arbeitgeber zahlt, kann es sich für dich lohnen, selbst noch Geld draufzulegen. Verpflichtet bist du dazu aber nicht. Manche Produkte geben jedoch eine Mindestsumme vor, die eingezahlt werden muss. Mehr einzuzahlen als gefördert wird, macht nur dann Sinn, wenn du ohnehin mehr als 17.900 oder 20.000 Euro im Jahr verdienst. Dann hast du sowieso keinen Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage.

Auf die Bank oder an die Börse?

Bei der Geldanlage hast du dann die Wahl zwischen verschiedenen Formen.

VL-Fondssparplan: Du kaufst mit deinen vermögenswirksamen Leistungen jeden Monat Fonds. Über einen Fondsparplan läuft das automatisch. Deine Chefin oder dein Chef überweist jeden Monat Geld und deine Sparsumme wächst.

Die eingezahlten Beiträge unterliegen den Schwankungen auf dem Aktienmarkt. Wie viel du später rausbekommst, steht am Anfang deshalb noch nicht fest.

Förderung: Wenn du weniger als 20.000 Euro verdienst, bekommst du eine staatliche Förderung von 20 Prozent der eingezahlten Summe (max. 80 Euro). Einzahlen kannst du jährlich 400 Euro.

Bausparvertrag: Wenn Du irgendwann ein Haus kaufen, bauen oder deine Wohnung renovieren möchtest, ist ein Bausparvertrag eine gute Wahl. Das Geld fließt monatlich in den Vertrag und nach sieben Jahren kannst du das Geld nutzen.

Förderung: Wenn du weniger als 17.900 Euro verdienst, bekommst du eine staatliche Förderung von neun Prozent auf die eingezahlte Summe (max. 43 Euro). Einzahlen kannst du jährlich 470 Euro.

VL-Banksparplan: Hier werden die VL-Beträge auf einem Konto angespart. Du bekommst die regulären Zinsen der Bank. Die sind zurzeit nicht hoch, dafür ist das Geld sicher. Die Arbeitnehmersparzulage bekommst du für einen Banksparplan aber nicht.

Wichtig: Für welche Geldanlage du dich auch entscheidest: Achte darauf, dass der Vertrag für VL-Sparen geeignet ist.

Ein Jahr Pause

Die VL-Verträge laufen in der Regel sieben Jahre. Sechs Jahre zahlst du ein, im siebten Jahr ruht der Vertrag. Nach den sechs Jahren kannst du aber schon den nächsten Vertrag beginnen. Ausnahme: In Bausparverträge muss sieben Jahre lang eingezahlt werden.

VL als betriebliche Altersvorsorge:

Du kannst vermögenswirksame Leistungen auch mit der betrieblichen Altersvorsorge kombinieren. In vielen Branchen ist das sogar im Tarifvertrag so festgelegt. Dann kannst du bei den Einzahlungen Steuern und Sozialabgaben sparen, weil die Beiträge von deinem Bruttogehalt abgehen. Nachteil: An das Geld kommst du nicht nach den üblichen sieben Jahren, sondern erst als Rentner.

So kommst du dran

  1. Checke, ob deine Firma vermögenswirksame Leistungen anbietet.
  2. Prüfe, wie hoch dein zu versteuerndes Einkommen ist. Das ist wichtig für die Arbeitnehmersparzulage.
  3. Wähle eine Anlageform. Dabei kannst du dich auch beraten lassen, zum Beispiel von den Verbraucherzentralen oder deiner Bank.
  4. Lege der Personalabteilung nach Vertragsabschluss eine Bestätigung darüber vor. Grund: Du bekommst das Geld nicht ausgezahlt, sondern es fließt direkt in den Vertrag.
  5. Die Arbeitnehmersparzulage beantragst du später mit deiner Einkommenssteuererklärung.

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