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Schäm dich!

Peinlich, peinlich, was dir passiert ist. Vier Tipps für den Umgang mit Scham.

September 2017 – Jonathan hat mich angelächelt! Alle mögen ihn. Freudig lächele und winke ich zurück – und merke schnell, dass das Lächeln meiner Sitznachbarin galt. Peinlich, peinlich. In der Pause werde ich angerempelt. Ich beschwere mich laut: „Du Idiot!“ – und merke im selben Augenblick, dass es der behinderte Mitschüler Simon ist, der mich versehentlich rammte. Peinlich, peinlich. Michelle hat ein neues Top an, ich will ihr ein Kompliment machen: „Darin siehst du nicht mehr so dick aus.“ Mund war schneller als Hirn, rausgerutscht. Peinlich, peinlich.

War nicht so gemeint

Solche oder ähnliche Situationen kennt jeder, oder? Und das Gefühl danach auch: Man möchte im Boden versinken. Das Gefühl heißt „schämen“ – und es ist wichtig. So wichtig wie Angst. Dieses Gefühl sagt uns, dass wir eine soziale Regel verletzt haben. Soziale Regeln sind etwa Respekt, Höflichkeit, Taktgefühl oder Etikette. Die gute Nachricht: Das Gefühl von Scham zeigt, dass wir die Regeln kennen und normalerweise befolgen. Und das hat doch was Tröstendes: Es ist uns nicht absichtlich passiert, es ist uns rausgerutscht, ein Missgeschick, eine Unachtsamkeit und war garantiert nicht böse gemeint.

Popcorn gegen Kopfkino

Und dennoch: Scham quält und setzt manchmal sogar ein gefühlt nie endendes Kopfkino in Gang. Was denken jetzt die anderen von mir? Bin ich jetzt der Depp vom Dienst? Lachen die jetzt alle über mich oder denken, was für ein Asso ich doch bin? Gerade in der Pubertät ist es uns wichtig, was andere über uns denken. Dauernd betrachten wir uns durch die Augen anderer. Genau da starten unsere vier Tipps für den Umgang mit Scham. Greife – je nach Situation – zu folgenden Strategien:

  1. Nobody is perfekt: Wenn wir uns mit den Augen unserer Freunde und Mitschüler sehen, dann müssen wir uns doch auch fragen „Ist denen das nicht auch schon mal passiert?“. Na klar ist es das! Glaube niemandem, der behauptet, er habe sich noch nie geschämt.
  2. Offenheit siegt: Du hast gegen eine soziale Regel verstoßen? Ist nun mal passiert. Schaden begrenzen geht so: Verstoß zugeben, ehrlich bedauern, Besserung geloben.  Beispiele: „Simon, sorry! War nicht so gemeint, hab’ mich bloß so erschrocken“ oder „Michelle, tut mir leid. Ich wollte dir ein Kompliment machen und eigentlich sagen, dass das Top einfach nur gut aussieht. Das nächste Mal denke ich, bevor ich spreche.“
  3. Humor ist das Popcorn gegen Kopfkino: Wenn andere über dich lachen, tu es auch. Lach dich schlapp über deine Fehler und die anderen haben keine Angriffsfläche für Hohn und Spott. Außerdem: Lachen verbindet. Jemandem zurückgelächelt, der dich gar nicht meinte? Dann nochmal lächeln und ihm zu verstehen geben „Hab’s gerade gemerkt: du hast wen anderes gemeint.“ Cool reagiert, Situation gerettet. Mit Humor sorgst du auch dafür, dass du die Situation erst gar nicht so negativ abspeicherst. Humor entzieht dem Kopfkino den Nährboden.
  4. Leben geht weiter: Selbst wenn dir was ganz peinliches passiert ist, bald ist es vergeben, vergessen, vorbei – auch für die, die es mitbekommen haben. Konzentriere dich wieder auf deine Stärken und die schönen Gefühle im Leben.

Wir wünschen dir viel Erfolg dabei ...

 

#Scham: Negatives Gefühl, dass dir bewusst macht, dass du gegen soziale Regeln verstoßen hast.

#Regeln #peinlich #Humor

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