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Toller im Team

Januar 2018 – Ein tolles Team ist nicht nur, wer eine Fußball-WM gewinnt, sagt Teamwork-Experte Professor Dr. Hans-Jürgen Balz, Psychologe an der Evangelischen Hochschule Bochum. Und er weiß: Damit ein Team funktioniert, muss jeder seine Stärken einbringen.

Frage: Alle reden immer von Teamwork. Aber was macht eigentlich gute Team-Arbeit aus?

Prof. Balz: Wenn jeder und jede seine oder ihre Fähigkeiten einbringt und Verantwortung in der Gruppe übernimmt. Teamwork bedeutet ja erstmal nur Zusammenarbeit in kleinen Gruppen, die auf ein gemeinsames Ziel gerichtet ist. Erfolgreich wird sie, wenn alle beisteuern, was sie können.

Wie kann ich mich als Azubi einbringen? Ich habe ja noch nicht so viel Erfahrung ...

Prof. Balz: Ein Team lebt von den unterschiedlichen Stärken seiner Mitglieder. Jeder kann einbringen, was er oder sie kann – ganz ohne Bewertung nach besser oder schlechter. Es geht im Team ja auch nicht nur um Fachkompetenz, sondern auch um Sozialkompetenz, also menschliche Stärken.

Azubis müssen sich und ihre Fähigkeiten gut einschätzen können. Und sie müssen wach beobachten, wie die Arbeitsabläufe sind, um zu erkennen, wo und wie sie sich einbringen können. Dabei hilft regelmäßiges Feedback vom Anleiter oder Chef. Mit ihrem oder ihrer Vorgesetzten können sie besprechen, welche Aufgaben sie sich schon zutrauen können und welche Rolle sie im Team haben.

Was ist für Azubis wichtig in Sachen Teamwork?

Prof. Balz: Teamwork auf der Arbeit sieht anders aus als in der Clique oder einer Freizeitgruppe. Das ist für Jugendliche anfangs manchmal frustrierend.

Denn auf der Arbeit herrscht ein anderer Ton, die Rollen sind anders verteilt, der Chef gibt die Richtung vor. Die Teamarbeit ist vorrangig stark auf ein Arbeitsergebnis gerichtet und vieles wird dem untergeordnet.

 

Wenn ich im Team arbeite, fällt doch keinem auf, was ich wirklich kann ...

Prof. Balz: Da ist was dran. In der Hektik des Alltags ist oft nicht gleich zu erkennen, was der oder die Einzelne leistet. Da hilft nur Geduld – und regelmäßige Feedbackgespräche. Die sollten Azubis gegenüber dem Anleiter oder Chef auch einfordern.

Was sind Team-Killer?

Prof. Balz: Egoismus, Neid, Missgunst, Besserwisserei, aber auch ein übersteigertes Harmoniebedürfnis. Konflikte gehören zum Leben und wenn man die Konflikte anpackt und im Team darüber diskutiert, kann dies das ganze Team weiterbringen.

Bei ernsten Konflikten sollte man aber einen Vermittler hinzuziehen, zum Beispiel den Ausbilder oder den Chef. Außerdem kann man prüfen, ob man bei sich selbst etwas ändern kann, zum Beispiel die eigene Einstellung.

Macht Teamwork alles einfacher?

Prof. Balz: Nein, sicher nicht. Es gilt zu berücksichtigen, dass es den zusätzlichen Zeitaufwand für Koordination der Teammitglieder und –aufgaben gibt.

Aber ohne Teamwork geht es nicht. Arbeitsprozesse werden komplexer. Da braucht es Leute mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Talenten.

Und wann ist Zeit für Solo-Work?

Prof. Balz: Teamwork heißt ja nicht, dass alle immer zusammen auf einem Haufen sitzen. Wenn klar ist, wer welche Aufgaben bis zu welchem Zeitpunkt zu erfüllen hat, kann man sich zurückziehen, um diese Aufgaben mit Konzentration anzugehen.

 

Bild: Peter-Wehowsky

 

# Teamwork: Wird immer wichtiger und jeder kann dazu beitragen, dass es funktioniert.
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