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Nur Mut

Januar 2018 – Stundenplan und Hausaufgaben waren vorgegeben und wenn du Mist gebaut hast, gab’s höchstens schlechte Noten: In der Schule wurde noch viel für dich geregelt. Aber jetzt in der Ausbildung heißt es: (Eigen-)Verantwortung übernehmen. Das ist manchmal gar nicht so leicht. Denn woher sollst du wissen, was dein Chef oder deine Kollegen von dir erwarten? Und wie kannst du sicher sein, dass eine Aufgabe nicht doch eine Nummer zu groß ist? Hanne Bergen ist Karriereberaterin in Hamburg. Sie hilft vor allem Schulabgängern und Azubis. Und sie empfiehlt dabei eine „Politik der kleinen Schritte“.

Erstmal klein anfangen

„Erstmal kannst du schauen, welche kleinen Aufgaben du jetzt schon übernehmen kannst. Dann solltest du einen Blick dafür entwickeln, wie du Kollegen unterstützen kannst.“ Schritt drei ist dann deinen direkten Vorgesetzten zu fragen, was du noch tun kannst. So kommst du Schritt für Schritt zu mehr Verantwortung. Das stärkt das Selbstvertrauen.

Das schaffe ich nicht

Wenn du glaubst, dass du einer Aufgabe nicht gewachsen bist, sag nicht gleich: „Das kann ich nicht“. Vergewissere dich, was genau von dir erwartet wird. Wenn du dann noch das Gefühl hast, dass dir etwas zu viel wird: Sag ehrlich, was du dir nicht zutraust. „Verantwortung zu übernehmen heißt auch, die eigenen Grenzen zu kennen. Vor allem, wenn es um Fragen der Sicherheit geht“, sagt Expertin Hanne Bergen. Aber mache deinem Chef ein Angebot, bis zu welchem Punkt du den Auftrag erfüllen kannst. „Dann sieht er, dass du dich trotzdem bemühst.“ Und lass jemanden über die Zwischenergebnisse drübergucken, wenn du unsicher bist.

Feedback einholen

Hole am besten zwischendurch ein Feedback vom Anleiter oder der Anleiterin ein. Dann weißt du, ob du deine Aufgaben gut erledigst und das machst, was der Chef von dir erwartet. So sieht dein Chef auch, was du schon kannst, und kann dir nach und nach andere, größere Aufgabe übertragen.

Verantwortlich gemacht werden

Du willst zwar Verantwortung übernehmen, aber nicht verantwortlich gemacht werden, wenn etwas schief geht? So läuft das leider nicht. „Verantwortung übernimmt man immer für eine Aufgabe und mögliche Folgen“, betont die Karriereberaterin.

Mist gebaut

„Ich höre von Arbeitgebern immer wieder, wie wichtig ihnen die klassischen Tugenden wie Pünktlichkeit und Ehrlichkeit sind“, verrät Hanne Bergen. Und wenn etwas richtig schief gelaufen ist? „Übernimm Verantwortung für deine Fehler, aber biete auch an, sie wieder gut zu machen.“ Wenn du dich darum kümmerst, zeigst du Verantwortungsbewusstsein. „Ein richtiges Donnerwetter gibt es selten“, beruhigt sie.

Rat einholen

Dein Chef nimmt keine Rücksicht auf deine Bedenken und du fühlst dich unter Druck gesetzt? „Du kannst in der Berufsschule Lehrer um Rat fragen. Vielleicht gibt’s auch einen Mentor im Betrieb, an den du dich vertrauensvoll wenden kannst.“ Und wenn gar nichts hilft? „Dann kann es auch angemessen sein, sich zu weigern“, betont die Expertin.

Null Verantwortung

Du stehst den ganzen Tag nur am Kopierer und trägst höchstens die Verantwortung für die Kaffeemaschine? Das kann nach der Abschlussprüfung zum Problem werden. Denn dann hat ein möglicher anderer Arbeitgeber vielleicht Erwartungen an dich, die du nicht erfüllen kannst. „Versuche schon während der Ausbildung gegenzusteuern“, rät Hanne Bergen. „Dafür kannst du dir zum Beispiel Hilfe in der Berufsschule holen oder dich an Berufsverbände oder die zuständige Handwerks- oder Industrie- und Handelskammer wenden. Dort gibt es Ausbildungspläne, in denen die Inhalte einer Ausbildung vorgeschrieben sind.“

Wenn das nicht hilft, bleibt beim neuen Chef nur eins: Zugeben, dass du dieses oder jenes in der Ausbildung leider noch nicht gelernt hast – und zeigen, dass du dich unbedingt reinarbeiten willst. „Dabei aber nie über den früheren Arbeitgeber lästern! Das kommt überhaupt nicht gut an.“

Den Kassenwart spielen

Verantwortung zu übernehmen kann man auch außerhalb der Arbeit üben. „Zum Beispiel, indem man in der Berufsschule einen Klassenausflug organisiert, sich um die Klassenkasse kümmert oder in einem Verein ein kleines Amt übernimmt“, empfiehlt die Azubi-Beraterin. Und sie hat noch einen Tipp: „Ehrenamtliches Engagement kommt bei Chefs fast immer gut an.“

Hanne Bergen, Karriereberaterin in Hamburg.

Bild: Hanne Bergen

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