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Ein Wunder und seine Logik

August 2015 – Du findest ihn nicht auf der Weltkulturerbe-Liste der Unesco und doch sagen Experten, er sei ein Weltwunder: der Zinseszinseffekt. Ein bisschen weniger ehrfurchtsvoll ausgedrückt beschreibt er einfach nur, dass dein Sparkapital viel schneller wächst, wenn du die Zinsen nicht abhebst, sondern auf dem Sparkonto belässt.

Dazu ein Experiment: Noah und Natascha (beide 20 Jahre) sparen 50 Euro pro Monat. Noah lässt sich jedes Jahr die Zinsen auszahlen, bei Natascha bleiben die Zinsen auf dem Sparkonto.

  Noah Natascha
Sparsumme pro Monat 50,00 50,00
Verzinsung pro Jahr 2 % 2 %
Spardauer 45 Jahre 45 Jahre
Endsumme 27.000,00 Euro 43.602,93 Euro
selbst eingezahlt 27.000,00 Euro 27.000,00 Euro
Zinsen am Ende der Laufzeit 0,00 Euro 16.602,93 Euro
Summe der zwischenzeitlich ausgezahlten Zinserträge 12.420,00 Euro 0,00 Euro
Zinsertrag pro eingezahlten Euro 0,46 Euro 0,62 Euro

Natascha spart eindeutig effektiver: Der „Ich-lass-meine-Zinsen-auf-dem-Sparkonto-Vorteil“ gegenüber Noah beträgt über 4.182,93 Euro (16.602,93 minus 12.420,00 Euro)!

Wie kommt das?

Dahinter steckt eine ganz einfache Logik: Die Zinsen, die nicht abgehoben werden, erhöhen immer wieder das Kapital. Und auf dieses immer höhere Kapital werden wieder Zinsen gezahlt. Kein Wunder, dass die Zinserträge Jahr für Jahr ansteigen – und damit auch das Sparvermögen. Man sagt auch „das Vermögen wächst exponentiell“. Das klingt wieder ein wenig ehrfurchtsvoll.

Was bedeutet das für deine Altersvorsorge? Ganz einfach: Wenn du ein Finanzprodukt abschließt, und die Zinsen nicht abgehoben sondern weiter gespart werden, dann sparst du schneller.

Früh einsteigen

Zwei Faktoren sind beim Zinseszins wichtig: Umso höher die Zinsen und länger die Spardauer, desto besser entfaltet sich die Wirkung des Zinseszinseffekts. Das ist gut für deine Altersvorsorge. Am Zinssatz kannst du als Sparer schlecht drehen, aber den Zeitpunkt für den Start in die Altersvorsorge bestimmst du. Fange früh mit dem Sparen an. Wie wichtig das ist, zeigt ein weiteres Experiment:

Im ersten Experiment hat Natascha mit 20 Jahren das Sparen begonnen. Jetzt steigt sie erst mit 30 Jahren ein – spart also zehn Jahre weniger. Wieder legt sie jeden Monat 50 Euro bei einer Verzinsung von 2 Prozent pro Jahr auf die Seite. Die Zinsen lässt sie auf dem Konto liegen.

  Start mit 20 Start mit 30
Sparsumme pro Monat 50,00 Euro 50,00 Euro
Verzinsung pro Jahr 2 % 2 %
Spardauer 45 Jahre 35 Jahre
Endsumme 43.602,93 Euro 30.321,65 Euro
selbst eingezahlt 27.000,00 Euro 21.000,00 Euro
Zinsen 16.602,93 Euro 9.321,65 Euro
Zinsertrag pro eingezahlten Euro 0,62 Euro 0,44 Euro

Bei einem Spar-Start mit 30 Jahren hat Natascha am Ende nicht nur weniger gespart, sondern auch weniger effektiv: der Zinsertrag pro eingezahlten Euro ist wesentlich geringer. Auch das ist wieder kein Wunder, sondern einfach nur die Logik des Zinseszinseffekts.

 

#Zinseszinseffekt: So nennt man das Phänomen, wenn Sparer Zinsen immer weiter anlegen und dadurch das Sparvermögen exponentiell steigt.

#Altersvorsorge #Sparen #Zinsen

 

 

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