Gender Pay Gap: warum er später auch deine Rente beeinflussen kann
Du hast gerade deine Ausbildung abgeschlossen oder den ersten festen Job begonnen? Dann hast du vielleicht schon gehört, dass Frauen und Männer im Durchschnitt nicht gleich viel verdienen.
Dieser Unterschied heißt Gender Pay Gap. Die Gründe laut Statistischem Bundesamt: Frauen arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Berufen und seltener in Führungspositionen. Sie leisten öfter Care-Arbeit, arbeiten deshalb mehr in Teilzeit und verdienen weniger als bei Vollzeit. Was viele nicht wissen: Die Gehaltsschere wirkt sich direkt auf die Altersvorsorge aus und damit Jahrzehnte später auf die Rente.

Was ist der Gender Pension Gap?
Er beschreibt den Unterschied zwischen den durchschnittlichen Alterseinkünften von Frauen und Männern. Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts liegt dieser in Deutschland bei 24,2 Prozent, ohne die Anrechnung von Hinterbliebenenrenten sogar bei 36,0 Prozent. Frauen haben also im Alter im Durchschnitt deutlich weniger Einkommen als Männer. Warum solltest du das wissen, obwohl die Rente noch weit weg ist?
Weniger Rente bei Teilzeit: was du wissen solltest
Wer über einen längeren Zeitraum reduziert arbeitet, verdient in der Regel weniger und sammelt dadurch automatisch weniger Rentenpunkte. Das betrifft statistisch überdurchschnittlich oft Frauen, die sich für ein Teilzeit-Modell entscheiden und daher weniger verdienen.
Ein Beispiel: Arbeitest du viele Jahre lang in Teilzeit statt in Vollzeit, kann sich das im Alter auf mehrere Hundert Euro Rente im Monat summieren. Zwar kann der Staat die Folgen einer Teilzeit wegen Kindererziehung in den ersten Lebensjahren eines Kindes bei der späteren Rente durch Entgeltpunkte abfedern, die weiter fehlenden Beiträge aus dem Job werden dadurch aber nicht komplett ersetzt.
Was ist Altersvorsorge – und wie helfen 3 Säulen gegen die Lücke?
Altersvorsorge bedeutet einfach, dich finanziell für die Zeit nach dem Berufsleben abzusichern. Je früher du dich damit beschäftigst, desto mehr Zeit hast du, vorzusorgen. Die gesetzliche Rente wird später allein nicht ausreichen, um deinen erreichten Lebensstandard zu halten. Deshalb solltest du deine Absicherung auf den bekannten 3 Säulen der Altersvorsorge aufbauen:
- 1. Säule (gesetzlich): Das staatliche Fundament, in das du automatisch über dein Gehalt einzahlst.
- 2. Säule (betrieblich): Altersvorsorge über deinen Arbeitgeber, zum Beispiel durch Zuschüsse oder Entgeltumwandlung.
- 3. Säule (privat): Zusätzliches, eigenständiges Sparen für den Ruhestand, beispielsweise über ein Altersvorsorgedepot ab 01.01.2027 oder gezielte ETF-Sparpläne.
Gut zu wissen:
Wenn du gerade dein erstes Gehalt verhandelst oder eine Teilzeit-Entscheidung ansteht, denke immer an den langfristigen Effekt auf deine Altersvorsorge. Ein ganz praktischer Tipp: Halte wichtige Nachweise wie Geburtsurkunden deiner Kinder, Bescheinigungen über Pflegezeiten oder Arbeitgeberunterlagen zu deinen Teilzeitphasen von Anfang an gut sortiert bereit. Das erleichtert dir später die lückenlose Beantragung deiner Ansprüche erheblich.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Der Gender Pay Gap ist zumeist Grund für den Gender Pension Gap.
- Längere Teilzeitphasen mit Teilzeitverdienst führen im Alter unweigerlich zu geringeren Rentenanwartschaften als bei durchgängigem Vollzeitverdienst.
- Kindererziehungszeiten federn Einbußen teilweise ab, ersetzen sie aber nicht ganz.
- Zur Altersvorsorge gehören die gesetzliche, die betriebliche und die private Vorsorge.


