Riester-Zulage checken: Was sich durch die Reform 2027 ändert
Hast du gerade deine Ausbildung beendet, den ersten Job in der Tasche oder machst dich selbstständig? Dann stolperst du bei der Beschäftigung mit dem Thema Altersvorsorge unweigerlich über das Thema Riester. Ab 2027 wird die Riester-Rente reformiert, mit neuen Regeln für die staatliche Förderung. Was das für dich bedeutet und ob sich dein persönliches Riester-Sparen überhaupt noch lohnt, erfährst du hier.

Was ist die Riester-Zulage eigentlich genau?
Bisher funktioniert das System so: Wer 4 Prozent seines Einkommens einzahlt (gedeckelt bei 2.100 Euro im Jahr), bekommt bis zu 175 Euro Grundzulage vom Staat dazu. Junge Menschen bis 25 bekommen einen einmaligen Bonus von 200 Euro. Für Kinder gibt es eine extra Förderung.
Förderung bei Riester: Was passiert mit meinem Vertrag?
Die wichtigste Nachricht vorweg: Alle bestehenden Verträge genießen ab 2027 vollen Bestandsschutz. Die bisherige Förderung bei Riester bleibt dir erhalten. Neuabschlüsse wird es ab dem 1. Januar 2027 aber voraussichtlich nicht mehr geben. Das alte System wird dann durch das neue, flexiblere Altersvorsorgedepot abgelöst.
Wer jung ist, kann ab 2027 unkompliziert in ein neues Depot ohne Beitragsgarantie wechseln und von höheren Renditechancen profitieren, allerdings auch mit höherem Risiko.
Wie läuft die Berechnung für den Riester-Mindestbeitrag ab 2027?
Ab 2027 soll die Berechnung des Riester-Mindestbeitrags deutlich einfacher werden. Das neue System nutzt zwei Stufen für die staatliche Förderung:
- 1. Stufe: Für jeden eingezahlten Euro gibt es 50 Cent als Grundzulage, bis zu einem Eigenbeitrag von 720 Euro. Das bringt dir die ersten 360 Euro Zulage.
- 2. Stufe: Für weitere Beiträge über 720 Euro hinaus gibt es noch einmal 25 Cent Zulage pro gespartem Euro, bis zu einem zusätzlichen Betrag von 1.440 Euro. Das bringt maximal weitere 360 Euro Zulage.
Insgesamt kann die neue Grundzulage damit bis zu 720 Euro im Jahr betragen, deutlich mehr als bisher. Auch die Kinderzulage wird einfacher: Pro Kind gibt es künftig 1 Euro Zulage für jeden gesparten Euro (bis zu 300 Euro Eigenbeitrag).
Lohnt sich eine Riester-Rente nach der Reform überhaupt noch?
Ob es sich für dich lohnt, eine Riester-Rente noch weiterzubesparen, hängt von deinen Plänen ab. Die neuen Altersvorsorgedepots bieten zwar keine starren Garantien mehr, eröffnen im Gegenzug aber die Chance auf eine bessere Wertentwicklung für deine spätere Altersvorsorge, allerdings ohne Erfolgsgarantie. Unabhängige Beratungsstellen wie die Verbraucherzentrale raten generell dazu, die eigenen Verträge genau durchzurechnen.
Gut zu wissen:
Ab Januar 2027 können auch Selbstständige, Gewerbetreibende und Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke (wie etwa manche Ärztinnen und Ärzte oder Architekten) erstmals voll von der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge profitieren. Das war im alten Riester-System bisher nicht möglich.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Bestehende Riester-Verträge können auch 2027 mit vollem Bestandsschutz weiterlaufen.
- Ab 2027 öffnet sich die staatliche Förderung auch für junge Selbstständige.
- Das neue Altersvorsorgereformgesetz bringt ab 2027 Depots mit höheren Renditechancen, aber ohne Beitragsgarantie.
- Ein Wechsel von der alten Riester-Zulage in das neue Depot wird voraussichtlich unkompliziert möglich sein.

