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Tolle Aktion: Gemeinsam kreativ

August 2015 – Fragt man Armin Nufer, Regisseur und Autor von „FRANZ das Theater“, was seine Theatergruppe mit einem Profitheater gemeinsam hat, sagt er: „Auch wir haben ganz unterschiedliche Typen von Schauspielern: Vom Zurückhaltenden über den Eitlen bis hin zur männlichen Zicke ist alles dabei. Da fällt bei den Proben schon mal der Satz: ´So kann ich nicht arbeiten!´“

Armin lacht. Was das Wiesbadener Ensemble zu etwas Besonderem macht, sind seine einzelnen Mitglieder: Neben Armin stehen bis zu 15 Menschen mit geistiger Behinderung auf der Bühne. Sie sind zwischen 18 und 62 Jahren alt und kommen vornehmlich aus verschiedenen Einrichtungen der Lebenshilfe Wiesbaden, einem Verein, der sich für behinderte Menschen einsetzt.

 

 

Ein nie ganz fertiges Manuskript

Sechs Mal im Jahr führen die Schauspieler von „FRANZ das Theater“ ihre aktuelle Produktion auf. Geschrieben von Armin und abgestimmt auf die Fähigkeiten jedes einzelnen. „Wir haben Menschen, die sehr gut auswendig lernen können. Die bekommen mehr Text als diejenigen, die sich sprachlich nicht so gut ausdrücken können. Und natürlich muss ich auch bedenken, wer sich lieber bewegt und wer es liebt, zu sitzen.“ Das Stück verändert sich noch bis kurz vor der Premiere im Januar, es ist ein „work in progress“, wie Armin sagt: Das Manuskript wird ständig überarbeitet. „Nach unserer wöchentlichen Probe setze ich mich an den Schreibtisch und überlege: Welche Szenen bleiben drin, welche muss ich umschreiben?“

Die Proben sind für Regisseur Armin oftmals eine Überraschung – nicht immer ist alles vorhersehbar. „Im Profitheater sagt der Regisseur dem Schauspieler, was er zu tun hat und dann wird es umgesetzt. Bei uns hat ein Schauspieler auch mal keine Lust oder er versteht nicht sofort, was gemeint ist.“ Toll findet Armin, wenn seine Kollegen eigene Ideen einbringen und diese weiterentwickeln: „Viele unserer Schauspieler mögen z. B. Populärmusik. Also haben wir die auch mal in einem Stück eingebaut.“

 

 

Jedes Mal besser

So unvorhersehbar wie manche Proben sind auch manche Aufführungen. Armin ist als Schauspieler auf der Bühne immer mit dabei. Er passt auf, dass die anderen ihren roten Faden nicht verlieren. „Jeder kennt zwar den Spielablauf, aber wir haben durchaus Schauspieler, die während einer Vorstellung, das Publikum miteinbeziehen wollen, auch wenn es nicht verabredet war.“

Elf Theaterstücke hat die Gruppe schon aufgeführt. Begeisterte Zuschauer muss sich Armin nicht mehr wünschen. „Anfangs hatten wir drei Vorstellungen im Januar – heute sind es sechs.“ Auch wenn die Geschichten bei „FRANZ das Theater“ nicht ganz so kompliziert sind – die Themen der Stücke unterscheiden sich gar nicht so sehr von denen im Profitheater: Liebe, Abhauen, Arbeiten. Viele Schauspieler sind schon seit Jahren dabei und Armin konnte genau beobachten, wie sie von Jahr zu Jahr besser wurden: „Das gemeinsame Spielen vor Publikum hat alle viel selbstbewusster werden lassen.“

(Bilder: © Reinhard Berg)

Mehr Infos zum Theaterprojekt findest du hier:
www.lebenshilfe-wiesbaden.de/theatergruppe



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