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Lass es rollen …

In Niedersachsen lernen Schüler Rollstuhlbasketball – und haben richtig, richtig Spaß dabei. Mit Film.

Mai 2017 – Eike kann in seinem Rollstuhl verdammt schnell werden und dabei auch noch Bälle fangen, Körbe werfen und Gegner mir-nichts-dir-nichts austricksen. Kein Wunder: Eike ist Profi-Rollstuhlbasketballer bei Hannover United. Aber was er heute in der Turnhalle der Integrierten Gesamtschule (IGS) Franzsches Feld in der Nähe von Braunschweig abliefert, ist eigentlich ein noch größeres Ding als die Bundesliga: Er wirbt für Inklusion.

Inklusion bedeutet, dass Menschen unabhängig von Geschlecht, Alter, Einkommen, sexueller Orientierung, Herkunft, Religion oder Behinderung in der Gesellschaft akzeptiert werden. Vor allem für ein unverkrampftes Miteinander mit behinderten Menschen wirbt der Behindertensportverband Niedersachsen (BSN). Der schickt Top-Sportler wie Eike an Schulen wie die IGS.

Sportlerdenke

Und genau dorthin haben wir auch Rentenblicker-Reporterin Leyla geschickt. Zusammen mit einer achten Klasse darf sie ein Training á la Eike absolvieren. „Was glaubt ihr, was so ein Rollstuhl für Basketball kostet?“, fragt er die Klasse am Anfang der Einführung. Die Sportausführungen bestehen aus Aluminium und Titan, die Reifen sind schräg gestellt, die Rollstühle sind dadurch extrem wendig und leicht. Die meisten sind ratlos. „5.000 bis 8.000 Euro“, klärt Eike auf.

Leyla wundert sich über etwas anderes: „Warum muss man die Beine anschnallen? Das tut doch weh, wenn so ein Rollstuhl beim Umkippen auf mich kracht.“ Eike lächelt: „Falsche Denkweise: Wenn ein Querschnittsgelähmter umkippt, ist es für ihn schwer, wieder in den Stuhl zu kommen. Er will doch schnell weiterspielen und Körbe werfen“. Körbe sind wichtiger als blaue Flecken. Sportlerdenke.

Überraschung inklusive

Und plötzlich steht Eike aus seinem Rollstuhl auf. In dem Moment, hätte man bei einigen Schülern einen Korb platzieren können, so offen stehen ihre Münder. „Der ist ja gar nicht behindert“, sagt eine Achtklässlerin. Die Überraschung ist gelungen und die Freude darüber kann man Eikes Gesicht ansehen: „Leute, wir sind eine inklusive Sportart – bei uns machen behinderte und nicht behinderte Menschen gemeinsam Sport“, klärt der 22-Jährige auf.

Und dann gibt es kein Halten mehr: Jeder darf mal Rollstuhlfahren. Ein paar Übungen helfen beim Reinkommen. „Dass man mit einem Rollstuhl so wendig ist, hätte ich nie gedacht“, schwärmt Ellen (13). „Man setzt sich rein und kann es sofort““, pflichtet ihr Emily (13) bei. „Das ist das Tolle am Rollstuhlbasketballprojekt: Alle haben schnell Erfolgserlebnisse“, kommentiert Eike. Am Ende dann geht es Mannschaft gegen Mannschaft. Chaos, Adrenalin, Spaß pur.

„Anderssein ist normal“

Heute und hier an der IGS Franzsches Feld wird eines klar: Es bereichert uns, neu zu denken. Rollstuhlbasketball ist eine Sportart für alle. Es ist egal, ob du ein Handicap hast oder nicht. Und wenn uns der Tag das gelehrt hat, warum sollte das nicht auch in tausend anderen Momenten gelten? „Anderssein ist normal“, sagt Minka vom Behindertensportverband Niedersachen. Inklusion fängt im Denken an.

Und Leyla? Hat Muskelkater in den Oberarmen. Aber seht selbst, wie sie sich beim Rollstuhlbasketball geschlagen hat.

Mehr Infos:

  • www.bsn-ev.de
    Mehr über das Projekt „Von Behindertensportlern lernen“ auf der Internetseite des Behindertensportverbandes Niedersachsen.
  • www.igsff.de
    Internetseite des Integrierten Gesamtschule Franzsches Feld Braunschweig.

 

 

 

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