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Gemeinsam ans Ziel

Juli 2017 – Jakob ging gerade durch die Uni, als ein Aushang sein Interesse weckte. Gesucht wurden Studenten, die ehrenamtlich Nachhilfe geben wollen. „Das ist etwas für mich“, dachte er sich und meldete sich beim Verein „Studenten bilden Schüler“.

Unbürokratische Hilfe

Der Verein unterstützt in über 20 Universitätsstädten finanziell benachteiligte Kinder und Jugendliche mit kostenloser Nachhilfe in allen Fächern und Schulformen. „Laut Bildungsbericht 2016 wachsen über ein Viertel aller Kinder in Deutschland in mindestens einer Risikolage hinsichtlich ihrer schulischen und beruflichen Entwicklung auf.

Besonders häufig betroffen sind Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund oder von alleinerziehenden Elternteilen. Neben dem Fehlen finanzieller Mittel können auch Sprachprobleme oder Zeitmangel der Eltern ein Problem sein“, erklärt Jana Lassen, stellvertretende Bundesvorsitzende des Vereins. Über Hartz IV gebe es zwar Hilfsmöglichkeiten, aber nur mit hohem bürokratischen Aufwand. „Die Vereinsgründer wollten eine schnellere Möglichkeit schaffen.“

Kennenlernen vor der Nachhilfe

Alle Nachhilfelehrer des Projekts sind Studenten. Sie haben so die Möglichkeit, sich auch mit geringem Zeitaufwand ehrenamtlich zu engagieren. Mitmachen können Studierende aller Fachrichtungen. „Der Altersunterschied zu den Schülern ist dann nicht so groß. Die Distanz und die Angst nachzufragen sind dann oft geringer, als wenn ein professioneller Nachhilfelehrer mit einem Alter von über 40 Jahren da sitzt“, erklärt Jana Lassen.

So geht’s: Interessierte Studenten können sich per Mail an den jeweiligen Standort wenden. Sie erhalten dann vorab Informationen über den Verein, die Organisation der Nachhilfe sowie Ideen für Lernorte. Besteht weiterhin Interesse, gibt es ein persönliches Kennlerngespräch mit der Standortleitung. Schließlich wählt der Verein einen Schüler aus, zu dem das Nachhilfeangebot des Studenten bestmöglich passt. „Dabei spielen vor allem die Fächerkombination eine Rolle, aber auch individuelle Wünsche“, erklärt Lassen. „Manche Schüler wünschen sich beispielsweise eine Lehrerin. Einige Nachhilfelehrer würden lieber Grundschüler unterrichten, zum Beispiel, weil sie auf Grundschullehramt studieren oder dann sicherer im Schulstoff sind.“

Beim ersten Treffen geht es weniger um die Nachhilfe, sondern mehr um ein erstes persönliches Kennenlernen. Standortleiter begleiten Lehrer und Schüler bei der Nachhilfe und stehen bei Fragen zur Verfügung. Kontakt zu Schülern bekommt der Verein in der Regel über soziale Einrichtungen und Schulen. Schüler beziehungsweise deren Eltern oder Erziehungsberechtigte können sich außerdem persönlich per E-Mail beim Verein melden. Die Nachhilfe findet in der Regel einmal pro Woche für ein bis zwei Stunden in öffentlichen Räumen statt, zum Beispiel in Schulen, Bibliotheken oder auch Flüchtlingsheimen.

Über zwei Jahre

Derzeit unterstützen rund 1.000 Nachhilfelehrer 1.100 Schüler. In der Regel ist es eine Eins-zu-Eins-Betreuung – die meisten Nachhilfelehrer betreuen also einen Schüler. Und das oft über Jahre. Wie bei Jakob und seinem Nachhilfeschüler Nasrullah. Seit zweieinhalb Jahren bilden sie nun schon ein Nachhilfe-Paar. Nasrullah kam als unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland. „Ich habe ihm erst in Deutsch geholfen. Dann kamen Englisch und Mathe dazu“, sagt  Jakob. Nach dem bestandenen Realschulabschluss hat Nasrullah eine Ausbildung als Mechatroniker begonnen – und Jakob begleitet ihn beim theoretischen Teil der Ausbildung. „Da geht es um Mathe, Chemie und Physik, alles gemischt. Hier hilft mir Jakob, wenn ich Schwierigkeiten habe“, sagt Nasrullah. „Er kann alles super erklären und ich habe viel von ihm gelernt“.

Echte Freundschaften

Mit der Zeit lernen sich die Nachhilfe-Paare besser kennen. Bei manchen ist eine echte Freundschaft entstanden, wie zwischen Jakob und Nasrullah. Oft nehmen sie auch gemeinsam an den vom Verein angebotenen Freizeitaktivitäten teil: „Wir waren zusammen mit weiteren Nachhilfepaaren bereits im Trampolinpark, im Kletterwald und im Theater“, erzählt Jakob. (Bild von links nach rechts: Jakob und Nasrullah bei der Nachhilfe)

Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten unter www.studenten-bilden-schueler.de

 

 

# Studenten bilden Schüler: Studenten geben bei dem Projekt ehrenamtlich Nachhilfe für finanziell benachteiligte Kinder und Jugendliche.

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